Was sich ändern muss

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Christiane Link
Christiane Link
Bild: Christiane Link

London (kobinet) Die in Mainz geborene und mittlerweile in London lebende Christiane Link hat sich als Journalistin, aber auch als kritischer Geist in der Behindertenpolitik in den letzten Jahren immer wieder zu Wort gemeldet, um die Menschenrechtsverletzungen gegenüber behinderten Menschen deutlich zu machen. Auf ihrem Blog hat sie sich nun auch mit dem Bericht des Team Wallraff über Missstände in Lebenshilfe-Einrichtungen und die Reaktion darauf auseinandergesetzt. Was sich ändern muss, beschreibt sie in ihrem lesenswerten Blogbeitrag.

"Wie sie sich jetzt alle zu Wort melden, die ganzen Heilerziehungspfleger, Heimbetreuer und Pfleger, die ihre Reputation gefährdet sehen: Bei ihnen sei ja alles prima bei der Lebenshilfe. Ja ne, ist klar. Nur nichts verändern! War doch so schön kuschelig die ganzen letzten Jahre. Und wenn man dann hinter die Fassade schaut und mal ohne Betriebsblindheit in einer Einrichtung sitzt, wird es einem dann doch oft ganz anders. Und dabei muss es gar nicht um eindeutige Misshandlungen gehen, wie am Montag das Team Wallraff auf RTL aufdeckte, sondern einfach um Machtstrukturen zwischen Betreuern und behinderten Bewohnern und Werkstattarbeitern. Das Problem in solchen Einrichtungen ist das ständige Unterbinden von Selbstbestimmung, auch in Bereichen, in denen die behinderten Bewohner / Werkstattarbeiter eigentlich noch selbst bestimmen könnten, wenn man sie denn ließe", schreibt Christiane Link in der Einleitung ihres Beitrags.

Link zum Beitrag von Christiane Link

Lesermeinungen zu “Was sich ändern muss” (5)

Von Dr. Theben

Sehr geehrte Frau Link,

BRAVO und bitte mehr solcher tollen Beiträge.

Herzliche und solidarische Grüße

Dr. Theben

Von Rosa

Danke, Christiane Link,

genauso sehe ich das auch.

Gruss
Rosa

Von Interessierte

Zu Personalfragen wäre auch anzumerken, dass sehr oft zu lesen ist, dass es in vielen Ländern einen weitaus höheren Personalschlüssel gibt als in Deutschland. Auch dieser Artikel ist sehr interessant.
Der 35-Jährige aus Ravensburg nennt fünf Gründe, warum er in die Schweiz gegangen ist: höhere Lebensqualität, Ansehen und Wertschätzung, bessere Weiterbildungsmöglichkeiten sowie geringere Arbeitsbelastung. Außerdem verdiene er in der Schweiz bei Weitem mehr als in Deutschland, so Klein. In der Schweiz habe er umgerechnet 6031 Euro netto, in Deutschland seien es netto 1700 Euro gewesen. „Man verdient in der Schweiz das 3,5-Fache, hat aber nur 20 Prozent mehr Ausgaben“, schildert der Auswanderer, „man kommt sehr gut ohne Nebenjobs aus und kann trotzdem in einem Haus wohnen, in den Urlaub fahren und sparen.“
http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Mehr-Pflegekraefte-wandern-in-die-Schweiz-ab-_arid,10620811_toid,535.html



Der hausgemachte Fachkräftemangel hat also Ursachen, die beseitigt werden können. Aber nicht beseitigt werden wollen. Und eben das trägt auch dazu bei, dass es unzählige Probleme in der Betreuung, Pflege, Wohn-und Qualität bei Arbeitsplätzen gibt, die nur eines zum Ziel haben, möglichst wenig Ausgaben. Das kann ja im Endeffekt nur eine Garantie für MÄNGEL in der Qualität garantieren. Die ja dann hingenommen werden muss, sofern Betroffene nicht besonders reich sind.

Von Interessierte

Ich frage mich, wie die Einrichtung einer(ANONYMEN) Beschwerdestelle aussehen soll.?? Es ist ja nun nicht so, dass sich in der Vergangenheit niemand über Dinge, die schief laufen beschwert hat. Selten erfolgen daraus aber Änderungen, die Situationen verbessern oder Misshandlungen ausschließen. Das eigentliche Problem, dem besonders Menschen ausgeliefert sind, die sich nicht mitteilen und artikulieren können. Ein anderes ist, dass es wie jetzt auch, sehr viele Lippenbekenntnisse gibt: "Wird nicht mehr vorkommen, wir kümmern uns, Missverständnis, ect..................Es ist also höchste Eisenbahn, dass Politiker sich nun umgehend dafür einsetzen, Menschen mit Behinderung zu SCHÜTZEN. In der Hinsicht ist meine Meinung, eine Beschwerdestelle, kann ein Übriges tun, löst aber nicht die Ursache von Misständen, die es zu beseitigen gilt. Hier nehme ich auch Regeleinrichtungen nicht aus. Ein Integrationshelfer oder ein Lehrer oder oder kann eben so unqualifiziert mit Menschen, die Hilfe brauchen, umgehen, wie es im Film zu sehen war. Es gilt m.E. Strukturen zu schaffen, die das ändern . Wie darüber müssen sich die Politik und andere Verantwortliche ernsthafte Gedanken machen. Nicht nur das, es wird eine zeitnahe Umsetzung gefordert, die Menschen mit Behinderung und auch Eltern, sowie Angehörigen ein gutes Gefühl geben!!

Von Annika

Ich könnte mir vorstellen, dass neben dem Einrichten einer Beschwerdestelle auch Entschädigungszahlungen und die Errichtung eines Fonds (ähnlich dem Fonds Heimerziehung und sexueller Missbrauch) ein Zeichen wären, dass das Problem ernst genommen wird!

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