Drängende soziale Probleme

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Von links: Robert Walter (Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses beim VdK NRW), Horst Vöge (Vorsitzender des VdK NRW) und Thomas Zander (Geschäftsführer des VdK NRW)
Von links: Robert Walter (Vorsitzender des Sozialpolitischen Ausschusses beim VdK NRW), Horst Vöge (Vorsitzender des VdK NRW) und Thomas Zander (Geschäftsführer des VdK NRW)
Bild: VdK NRW

Düsseldorf (kobinet) Angesichts der bevorstehenden Landtagswahlen am 14. Mai kritisiert der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen, dass sich die politische Diskussion aktuell fast ausschließlich auf wirtschaftliche Themen sowie Fragen der inneren Sicherheit beschränkt. "Völlig ins Hintertreffen gerät hingegen, wie wir drängende gesellschaftliche Probleme nachhaltig lösen können - von der um sich greifenden Armut über Versorgungslücken bei der Pflege bis hin zum lückenhaften Abbau von Barrieren. Dabei sind Gerechtigkeit und Teilhabe aus unserer Sicht der beste Garant für unsere demokratischen Grundwerte und ein solidarisches Miteinander", machte der VdK-Landesvorsitzende Horst Vöge vor der Landespressekonferenz deutlich.

 Er warnte bei der Vorstellung der sozialpolitischen Forderungen des Verbands in der Landespressekonferenz davor, dass gerade das wachsende Wohlstandsgefälle den gesellschaftlichen Frieden im bevölkerungsreichsten Bundesland gefährdet. "Mittlerweile ist hierzulande jeder Sechste von Armut bedroht. Besonders betroffen sind Alleinerziehende und deren Kinder, Senioren, Arbeitslose, Erwerbsminderungsrentner, Pflegebedürftige und Menschen mit Zuwanderungsgeschichte", erläuterte der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Nordrhein-Westfalen. Aber auch bei den knapp 1,3 Millionen geringfügig Beschäftigten reicht das Geld oft nicht zum Leben. Damit nicht immer mehr Menschen in Existenznot geraten, werden vor allem ein sozialen Arbeitsmarkt und gute Bildungschancen für alle gebraucht.

Weiteren Handlungsbedarf sieht der Sozialverband bei der Umsetzung der Inklusion. "Zwar wurden in diesem Bereich zuletzt wichtige Reformen auf den Weg gebracht", sagte der Vorsitzende mit Blick auf die Landesbauordnung, die Novellierung des Schulgesetzes, geänderte Vorschriften für Barrierefreiheit im Öffentlichen Personennahverkehr und natürlich das Inklusionsstärkungsgesetz. "Nichtsdestotrotz machen rund 2,6 Millionen NRW-Bürger mit Behinderung nach wie vor die Erfahrung, dass die gleichberechtigte Teilhabe in ihrem Alltag mehr Wunsch als Wirklichkeit ist - etwa bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung, auf dem Arbeitsmarkt oder in Bus und Bahn. Daher gilt es, die Umsetzung der neuen Regelungen in der Praxis zu überprüfen, Verstöße zu sanktionieren und überall dort, wo es notwendig ist, nachzujustieren."

Horst Vöge setzte sich nicht zuletzt für eine menschenwürdige Pflege ein: "Von den mehr als 640.000 Betroffenen werden in unserem Bundesland rund drei Viertel zu Hause versorgt. Die Hauptlast - auch in finanzieller Hinsicht - tragen demnach die Familien." Um das wichtige gesellschaftliche Engagement pflegender Angehöriger zu stärken, fordert der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen weitere Verbesserungen bei der Vereinbarkeit mit dem Arbeitsleben sowie transparente und gleichwertige Beratungsangebote unabhängig vom Wohnort. "Hinzu kommt, dass sich der Fachkräftemangel angesichts des demografischen Wandels weiter verschärfen wird", betonte der Vorsitzende. "Um eine qualitativ hochwertige Versorgung der Betroffenen heute und in Zukunft sicherzustellen, müssen wir den Beruf gerade für junge Menschen attraktiver machen - beispielsweise durch die Finanzierung der Ausbildung aus der Pflegeversicherung, eine bessere Bezahlung sowie verantwortungsvolle Personalpolitik."

Lesermeinungen zu “Drängende soziale Probleme” (1)

Von Basaltpirat

Der Sozialverband VdK Nordrhein-Westfalen hat wohl die Aktionen der Partei DIE LINKE. NRW übersehen.
http://www.dielinke-nrw.de/aktion/kampagne_das_muss_drin_sein/
Dass kobinet die Aktionen "Das muss drin sein" und "Sozial. Gerecht. Für alle" unterschlägt, finde ich auch nicht politisch korrekt.

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