Bahner mit Blindenstock durch Fulda

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Emoji Blinder Mensch mit Hund
Emoji Blinder Mensch mit Hund
Bild: Aktion Mensch e.V.

Fulda (kobinet) Der Behindertenbeirat der Stadt Fulda bietet vielen Menschen die Möglichkeit mit einer "blinden Stadtführung" oder einer Stadtführung mit Rollstuhl, das Leben mit diesen Hilfsmitteln selbst auszuprobieren und zu erfahren. Kürzlich hatten sich die Mitglieder des  Ausschusses für Chancengleichheit der Schwerbehindertenvertretung der Deutschen Bahn dieser Herausforderung gestellt.

Nach einer kurzen Einführung durch den stark sehbehinderten Werner Auth, der auch Mitglied des Behindertenbeirates der Stadt ist, ging es für die Mitglieder dieses Ausschusses daran, Sehbehinderung selbst zu erfahren, zu lernen, sich auf das Hören oder Riechen zu verlassen, wenn man die Sehkraft eben irgendwie ersetzen muss, sich dann auch zu trauen, eine Straße zu überqueren, oder sich mit Hilfe des Blindenleitsystems zu orientieren.

Obwohl die Teilnehmer dieser besonderen Stadtführung paarweise unterwegs waren, und aus Sicherheitsgründen einer von ihnen "sehend" geblieben war, stimmten letztlich alle darin überein, dass es eine besondere Erfahrung war, plötzlich "blind" zu sein, über Kopfsteinpflaster zu laufen, eine Ampel mit Hilfe des Gehör und des weißen Stock suchen und aktivieren zu müssen, auf die Rücksicht anderer Verkehrsteilnehmer vertrauen zu müssen.   

Nicht nur Treppen erwiesen sich dabei als schwierig zu meistern, auch die mit Werbetafeln, Blumenkästen oder  Stühlen und Tischen zugestellten Blindenleitstreifen führten zu so mancher Schrecksekunde.

So erlebten die Mitglieder des Ausschusses für Chancengleichheit der Bahn bei dieser Stadtführung, dass man sich mehr mit Barrieren beschäftigen und allen die Angst vor etwas Fremden, wie einer Behinderung nehmen sollte. Wer Barrieren selbst erfahren hat, wird mehr für Barrierefreiheit tun, so die übereinstimmende Meinung der Mitglieder dieses Ausschussen und Übereinstimmung in der Schlussfolgerung: Schlimmer als blind zu sein, ist, nicht sehen zu wollen.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.