Thomas Schalski berät zur Pflegereform

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Thomas Schalski
Thomas Schalski
Bild: Thomas Schalski

Markdorf (kobinet) Thomas Schalski aus Markdorf am Bodensee bietet seit kurzem als Inklusionsbotschafter für den Verein Bürger für Bürger eine Hotline zur Pflegereform an. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sprach mit ihm über das Angebot und seine bisherigen Erfahrungen mit der Hotline.

kobinet-nachrichten: Sie bieten seit kurzem unter der Telefonnummer 07544 5067194 von montags bis freitags von 10.00 – 16.00 Uhr eine Hotline zur Pflegereform an. Wie wird diese bisher angenommen und welche Fragen stehen dabei im Mittelpunkt?

Thomas Schalski: Die Hotline wird gut angenommen. Im Mittelpunkt stehen vor allen Dingen Fragen zur Überleitung von den alten Pflegestufen zu den Pflegraden. Die Frage ist dann, hat die Pflegekasse richtig den Pflegegrad bewilligt. Ein wenig Verwirrung sorgen auch die Änderungen bei den Betreuungs- und Entlastungsleistungen. Dann gibt es viele Fragen zum neuen Begutachtungsverfahren, dieses ist für den Laien nicht unbedingt gleich durchschaubar.

kobinet-nachrichten: Sie sind als Inklusionsbotschafter im Bodenseeraum u.a. auch beim Verein Bürger für Bürger in Markdorf aktiv. Was macht der Verein genau und welche Rolle spielt dabei das Thema Behinderung?

Thomas Schalski:  Der Verein Bürger für Bürger wurde von uns begründet, um bürgerschaftliches Engagement zu stärken. Eines unserer ersten Projekte war die Initiative zur Einführung eines ehrenamtlich betriebenen Bürgerbusses. Hiermit wollten wir die Mobilität insbesondere von jungen und alten Menschen in einer ländlichen Region verbessern. Mobilität als Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Inklusion. Das Thema Inklusion hatten wir von Anfang auch mit dabei, da einige Mitglieder sich für Barrierefreiheit eingesetzt haben. Das von der Aktion Mensch geförderte und von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) durchgeführte Projekt für InklusionsbotschafterInnen hat dem ganzen noch einen ordentlichen Schub gegeben. So lassen sich gerade Mitglieder zu Inklusionsbegleitern weiterbilden und nach Ende der Weiterbildung werden wir diese Möglichkeit der sozialen Interaktion zwischen Menschen mit und ohne Behinderung anbieten.

kobinet-nachrichten: Welches sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Änderung der Pflegereform über die die Betroffenen und ihre Angehörigen Bescheid wissen sollten.

Thomas Schalski: Die wichtigste Änderung ist der neue Pflegebegriff und damit auch das neue Begutachtungssystem. Die Minuten-Pflege ist vorbei. Psycho-soziale Betreuung und psychische Erkrankungen werden im neuen System zum erstmal auch berücksichtigt. Das neue Begutachtungssystem ist für Laien schwer zu durchschauen und daher sollte man dieses von Profis, zum Beispiel aus dem Pflegedienst, überprüfen lassen. Positiv ist auch, dass die Sätze für Pflegegeld und Pflegesachmittel angehoben wurden, damit steht den Betroffenen mehr Pflege zu.

kobinet-nachrichten: Wenn Sie zwei Wünsche in Sachen Inklusion im Bodenseeraum frei hätten, welche wären das?

Thomas Schalski: Die Einrichtung einer unabhängigen Beratungsstelle für Menschen mit Behinderungen und die Einführung der Leichten Sprache in den Verwaltungen der Gemeinden und im Landratsamt des Bodenseekreises.

kobinet-nachrichten: Herzlichen Dank für das Interview und viel Erfolg mit der Hotline zur Pflegereform.