LIGA Selbstvertretung zur unabhängigen Beratung

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Logo der LIGA Selbstvertretung
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Bild: LIGA Selbstvertretung

Berlin (kobinet) Im Festsaal der Berliner Stadtmission trafen sich am 17. März über 50 VertreterInnen der Mitgliedsverbände der LIGA Selbstvertretung, um sich intensiv mit den Plänen zur Ausgestaltung der im Bundesteilhabegesetz verankerten unabhängigen Beratung auseinander zu setzen. Dabei gab der zuständige Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Alfons Polczyk einen Überblick über die aktuellen Planungen zur Umsetzung des gesetzlichen Auftrags zur unabhängigen Beratung.

Entsprechend den Ausführungen von Alfons Polczyk ist im Mai diesen Jahres mit der Ausschreibung für die unabhängige Beratung zu rechnen. Entsprechende Anträge müssen dann voraussichtlich bis Ende August eingereicht werden. Die Bundesländer haben bei der endgültigen Priorisierung und Entscheidung, an welche Beratungsstellen die unabhängige Beratung dann vergeben wird, ein gewichtiges Wort mitzureden. Daher wurde bei der Veranstaltung bekräftigt, dass sich auch die Landesteilhabe-, bzw. -behindertenbeiräte in diesen Entscheidungsprozess aktiv einmischen müssen. Denn bei der Vorstellung der bisherigen Überlegungen wurde deutlich, dass es noch erheblicher Anstrengungen bedarf, damit die zukünftige Beratung wirklich unabhängig von Kostenträgern und Dienstleistungserbringern erfolgt und dass vor allem das Prinzip des Peer Counseling wie im Gesetz festgeschrieben wirklich ein entscheidender Aspekt der Teilhabeberatung wird. 

Barbara Vieweg, die stellvertretende Geschäftsführerin der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) skizzierte daher in ihrem Vortrag, wie eine ideale unabhängige Beratung aussehen muss. Das Peer Prinzip, die Parteilichkeit für die Interessen der behinderten Menschen selbst und Empowerment sind dafür nur einige Stichworte. Uwe Frevert vom Vorstand der ISL machte in der Diskussion deutlich, dass die Ausgestaltung der unabhängigen Beratung auch die Möglichkeit für ein kleines Beschäftigungsprogramm für behinderte Menschen bietet. Daher müssten dringend mehr Peer CounselorInnen ausgebildet werden und konsequent darauf geachtet werden, dass das Peer Counseling bei der Vergabe für die Beratung eine zentrale Rolle spielt. Barbara Vieweg, die sich auch beim Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) engagiert, wies darauf hin, dass neben einer derzeit laufenden Peer Counseling Weiterbildung im Herbst eine weitere Weiterbildung beginnt, die jeweils von der Aktion Mensch gefördert wird.