InklusionsbotschafterInnen trafen LotsInnen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bunte Gruppe
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Bild: ISL

Stuttgart (kobinet) Die Vernetzung von Aktiven, die sich für die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und Inklusion einsetzen, stand im Mittelpunkt des gemeinsamen Treffens von InklusionsbotschafterInnen und LotsInnen aus dem süddeutschen Raum, das vor kurzem im Zentrum selbstbestimmt Leben in Stuttgart stattfand. Mit dabei war auch die Landesbehindertenbeauftragte von Baden-Württemberg, Stephanie Aeffner.

Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen machten bei dem gemeinsamen Treffen deutlich, wie wichtig die Selbstvertretung behinderter Menschen und damit das Prinzip "Nichts über uns ohne uns" ist. Denn immer wieder erlebe man, dass ohne die Betroffenen geplant und gehandelt werde, was Barrieren und Ausgrenzung mit sich bringe. Stephanie Aeffner stellte sich nicht nur den Fragen der InklusionsbotschafterInnen, die an einem von der Aktion Mensch geförderten Projekt der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) mitwirken, und den LotsInnen, die vom Zentrum selbstbestimmt Leben Stuttgart ausgebildet wurden. Sie beschrieb auch die Herausforderungen aus dem Alltag einer Landesbehindertenbeauftragten und was seit ihrer nun gut halbjährigen Amtszeit schon angeschoben wurde. So habe sie in den letzten Monaten vielfältige Gespräche mit den verschiedenen Ministerien geführt und viele Türen für mehr Barrierefreiheit aufgetan. Es gäbe aber noch sehr sehr viel zu tun.

Eines der beherrschenden Themen des Treffens war die bevorstehende Ausschreibung für eine unabhängige Beratung im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes. Hier habe man große Befürchtungen, dass die Beratungsstellen am Ende nicht unabhängig von Kostenträgern und Leistungserbringern erfolge und dass das Peer Counseling auf der Strecke bleibt, bzw. mit dem Ehrenamt abgespeist wird. Eine Reihe von Akteuren bekundete, dass sie sich mit ihren Organisationen für eine echte unabhängige Beratung bewerben wollen.

Spannend war auch der Austausch über die verschiedenen Aktivitäten der einzelnen Akteure. Diese reichten vom Einsatz für Barrierefreiheit und eine Leichte Sprache, über Schulungen zum Thema Autismus aus Betroffenensicht, das Engagement für eine barrierefreie Uni und barrierefreie Städte, bis zu vielfältigen kommunalpolitischen Aktivitäten.

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