Empowerment-Finale im Universum

Veröffentlicht am von Christian Mayer

AG Empowerment des Landesteilhabebeirates Bremen
AG Empowerment des Landesteilhabebeirates Bremen
Bild: LBB

Bremen (kobinet) Am 14. September 2016 begann der erste Kurs der vierteiligen Empowerment-Schulung des Landesteilhabebeirates der Freien Hansestadt Bremen. Gestern fand im Universum Bremen, einem Museum für Technik, Mensch und Natur, mit einer Besichtigung der Sonderausstellung Lieblingsräume das Finale der Schulung statt. 

Die TeilnehmerInnen machten es sich während der Ausstellungsbesichtigung im Wohnzimmer gemütlich, erkundeten per Blindenstock ein Leitsystem für blinde Menschen im Raum der Mobilität, nahmen eine Komplimentendusche im Bad und schlossen die vierteilige Empowerment-Schulung im Applausraum ab. "Mit dir arbeite ich gerne zusammen", war zum Beispiel in der Duschkabine der Komplimentdusche zu hören. Für Uwe Lange, eine Aussage, die so sonst nicht hört, er arbeitet in der Bremer Werkstatt für behinderte Menschen und setzt sich dort als Werkstattrat für die Belange der behinderten MitarbeiterInnen ein. Und dass ein guter und ehrlicher Applaus gut tut, darin waren sich alle einig, auch wenn es manchmal etwas schwer ist, das auszuhalten.

Nach der Begehung der Ausstellung mit einer abschließenden Diskussion mit der Leiterin für Veranstaltungen vom Universum Bremen, Inga Franke, blickten die TeilnehmerInnen der Weiterbildung auf die Projekte zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zurück, die sie sich während und im Laufe der Empowerment-Schulung vorgenommen hatten. Vor allem in der letzten Sitzung des Landesteilhabebeirates seien hier eine Reihe von Initiativen auf den Weg bzw. weiter voran gebracht worden. Sei es das Thema unabhängige Teilhabeberatung, das auch in Bremen derzeit aktuell ist, der heiß erwartete Entwurf für die Weiterentwicklung des Bremer Landesgleichstellungsgesetzes oder ein Beschluss zur Aufnahme barrierefreier Arztpraxen für den Stadtführer, es wurde klar, dass sich in den letzten Monaten einiges getan hat. Auch im Bereich der Werkstatt für behinderte Menschen konnte eine Sonderzahlung Ende letzten Jahres erreicht werden, wie Uwe Lange berichtete. Vor allem habe man sich über sonst üblichen Treffen des Landesteilhabebeirates viel besser kennengelernt. Und die gemeinsame Aktion beim dritten Schulungskurs im März habe der Gruppe Pfiff und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit gegeben. Mit einem Fernsehbericht, Zeitungsberichten und einer Anfrage der SPD-Fraktion zu diesem Thema hätte die Aktion für Bremer Verhältnisse für große Resonanz gesorgt, sind sich Arne Frankenstein und Kai Baumann einig.

Nach der Schulung ist aber vor weiteren Aktivitäten. Die TeilnehmerInnen waren sich darin aber auch einig, dass noch sehr viel Arbeit vor ihnen liegt und dass es auch in Bremen noch sehr viel zu tun gibt. Ob beispielsweise eine Verbandsklage gegen die Barrieren im Forum gestartet wird, werden die Verbände, die sich diesem Thema angenommen haben, demnächst entscheiden. Den gewachsenen Zusammenhalt wolle man auf jeden Fall weiter stärken. Für die TrainerInnen der Empowerment-Schulung, Ines Spilker, Kerstin Wöbbeking und Ottmar Miles-Paul war es eine Freude, einmal mit einem Landesteilhabebeirat zusammen arbeiten zu dürfen, da hier ganz konkrete Projekte gemeinsam vorangetrieben werden konnten.