Unsere Geschichte bewahren

Veröffentlicht am von Christian Mayer

Logo des bifos
Logo des bifos
Bild: bifos

Berlin (kobinet) Der Kampf um das Bundesteilhabegesetz habe zuletzt gezeigt, dass behinderte Menschen hart für ihre Rechte kämpfen und dies auch in der Vergangenheit immer wieder getan haben. Deshalb findet es der Aktivist für die Menschenrechte behinderter Menschen, Ottmar Miles-Paul, auch so wichtig, dass wir unsere Geschichte dokumentieren und bewahren.

"Dass man aus der Geschichte viel lernen kann, ist genauso unbestritten, wie die Tatsache, dass Geschichte meist auch aus dem Blickwinkel der Herrschenden dargestellt und interpretiert wird. Deshalb ist es auch so wichtig, dass sich behinderte Menschen selbst in die Geschichtsschreibung einmischen und diese und deren Interpretation mitprägen", erklärte Ottmar Miles-Paul heute bei einer gemeinsamen Veranstaltung der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen und des Bildungs- und Forschungsinstituts zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) zum Thema "Oral History (erzählte Geschichte) – Selbstbestimmung und die Kunst des Erinnerns" im Kleisthaus in Berlin.

Das bifos hat in einem Zeitzeugenprojekt 50 Interviews mit behinderten Menschen geführt, die die letzten Jahrzehnte mitgeprägt und miterlebt haben und ihre Erfahrungen schildern. Herausgekommen ist ein schöner Spiegel der Zeit aus einem anderen Blickwinkel, wie heute im Kleisthaus bei der Veranstaltung deutlich wurde. "Wir haben allen Grund, stolz auf die Geschichten der Behindertenbewegung zu sein, die wir selbst mitgeprägt haben. Natürlich hätten wir vieles noch besser, noch effektiver und manchmal auch mit einem breiteren Blick auf das Ganze machen können, aber im Rahmen unserer Möglichkeiten und unserer geringen finanziellen und personellen Ressourcen haben wir den Regierungen immer wieder klar Kante gezeigt und für die Menschenrechte gestritten", so Ottmar Miles-Paul. Für ihn ist eine eindeutige Lehre aus der Geschichte der Behindertenbewegung und -politik, dass es heute mehr denn je gilt, sich einzumischen und genau hinzuschauen, denn Erreichtes kann ganz schnell wieder in Frage stehen und vieles gelte es angesichts der massiven Aussonderung in Deutschland überhaupt erst noch im Sinne einer echten Inklusion zu ändern.

Link zum Zeitzeugen-Projekt des bifos

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.