S-Bahn-Züge weniger barrierefrei?

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Busblockade
Busblockade
Bild: Sponti

Berlin (kobinet) Der Spontanzusammenschluss "Mobilität für Behinderte" in Berlin hat zu einer Demo am Freitag (16.Juni) um 13 Uhr vor dem "Deutsche Bahn-Tower" am Potsdamer Platz  aufgerufen. "Grund: Für die S-Bahn werden neue Züge bestellt, Ende Juni läuft die Frist für Änderungsvorschläge ab und es ist '5 vor 12'. Ab 2020 sollen die Züge eingesetzt werden. Trotz mehrerer Begehungen mit Behindertenverbänden in einem Muster-Modell wurden Änderungsvorschläge ignoriert, wird der neue Zug Barrierefreiheit einschränken und schlechter sein als alte Modelle. Wir werden ausgegrenzt", mailte heute Anita Borrrusch an kobinet.

"Wir müssen mit den verantwortlichen Leuten reden, die gravierenden Mängel dürfen nicht in die Produktion einfließen. Kommt zahlreich, wenn ihr weiter mit der S-Bahn fahren wollt! Lasst euch nicht verjagen", so die Sprecherin des Spontanzusammenschlusses, der sich seit der legendären Busblockade 1987 auf dem Kurfürstendamm für Barrierefreiheit in der Stadt einsetzt.

Lesermeinungen zu “S-Bahn-Züge weniger barrierefrei?” (2)

Von Lisa aus Berlin

Dennoch war unsere kleine Demo auch ein Erfolg:
Ein Mitarbeiter der DB widmete sich unserem Anliegen sehr geduldig und staunte nicht wenig über das "merkwürdige" Konzept der S-Bahn. Er hat von mir weitere Info erhalten und wird sich an die S-Bahn wenden.

Wir warten jedoch nicht darauf, daß andere für uns die Kastanien aus dem Feuer holen - wir selbst tun viel dafür, das Konzept noch zu beeinflussen.

So habe ich eine Petition an das Abgeordnetenhaus gerichtet und Zeitgleich eine Petition auf change.org gestartet:
https://www.change.org/p/bettina-jeschek-die-s-bahn-will-rollstuhlfahrer-ausgrenzen-stoppen-wir-das

Wir freuen uns über jede Stimme, ob von Rollifahrern oder von Fußgängern, denn das Konzept geht jeden an.
Ob vom älteren Menschen mit Rollator oder die junge Mutter mit Kinderwagen, ob von Studenten mit Rucksack oder den Passagieren mit Business-Rollkoffer.

Bitte unterzeichnen Sie die Petition und verbreiten Sie sie - die S-Bahn kann nur besser werden.

Von Arnd Hellinger

irgendwie halte ich es nicht für ganz so schlau, solche Ankündigungen erst einen Tag vor dem jeweiligen Ereignis zu verteilen. Hätte ich nicht im Anschluss die Toiletten-Anhörung im AHB, wäre es z. B. für mich schwierig geworden, das noch einzuplanen...




Auch ist die DB bzw. die S-Bahn Berlin GmbH eigentlich in der Sache nicht der richtige Adressat für den berechtigten Protest. Das Anforderungsprofil für die neuen Züge wurde nämlich nicht von der Bahn oder dem Konsortium Stadler/Siemens/Bombardier festgelegt, sondern von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (jetzt SenUVK) zusammen mit dem Brandenburger Infrastrukturministerium. Die S-Bahn Berlin GmbH muss das nur mit dem Hersteller so umsetzen.




Dennoch werde ich kommen...

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