Bentele zur Konferenz in New York

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Verena Bentele
Verena Bentele
Bild: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Vom 13. bis 15. Juni hat in New York die 10. Vertragsstaatenkonferenz zur Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen über die „Einbeziehung und volle Beteiligung von Menschen mit Behinderungen und ihre repräsentativen Organisationen bei der Umsetzung der Konvention in der nächsten Dekade" beraten. Die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen war mit Vertretern der Zivilgesellschaft dabei. Verena Bentele wertete es als wichtiges Signal, dass Deutschland erstmals die Vizepräsidentschaft der Konferenz übernommen hat. Unter der Präsidentschaft Bulgariens und gemeinsam mit Tunesien, Sri-Lanka und Ecuador konnte die Ständige Vertretung Deutschlands bei den Vereinten Nationen dadurch viel Einfluss auf inhaltliche Schwerpunkte nehmen. „So konnte verstärkt darauf hingewirkt werden, dass die Zivilgesellschaft in alle Veranstaltungen einbezogen wird", so die Beauftragte heute in einer Pressemitteilung.

Am zweiten Tag der Konferenz moderierte Bentele das Side-Event „Kommunikation als Schlüssel für Inklusion und Teilhabe". Es wurde von Deutschland in Kooperation mit Australien und Israel veranstaltet. In ihrer Moderation machte die Beauftragte deutlich, dass die Implementierung der Artikel 9 (Zugänglichkeit) und 21 (Recht der freien Meinungsäußerung, Meinungsfreiheit und Zugang zu Informationen) entscheidend ist für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder Hörbehinderungen: „Leichte Sprache oder Gebärdensprache sind wichtig, damit Menschen ihre Interessen wirksam vertreten können." Barrierefreie Kommunikation sei für alle Menschen mit Behinderungen Voraussetzung, um am politischen Prozess teilzunehmen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Von australischer Seite berichteten Sharon Stuart vom Department of Social Services und Robert Straick über das Thema Leichte Sprache. Straick hat eine kognitive Beeinträchtigung und übersetzt mit seinem Team Informationen im Bereich Gesundheitsversorgung in Leichte Sprache. Die Teilnehmer aus Israel überzeugten mit einem Projekt zum Thema Gebärdensprache. Es ermöglicht es Menschen ohne Behinderungen, kostenlos Gebärdensprache für eine bessere Kommunikation mit gehörlosen Menschen zu erlernen. Aus Italien wurde das „Teatro Patologico" aus Rom vorgestellt. Dessen Gründer berichtete von Menschen mit Lernschwierigkeiten oder psychischen Beeinträchtigungen, die durch das Theaterspielen ihren Weg finden, um sich Gehör zu verschaffen.

Die Staatenkonferenz endete am heutigen Donnerstag. Mit Professor Theresia Degener ist Deutschland hochkarätig im Ausschuss der Vereinten Nationen für die Rechte von Menschen mit Behinderungen vertreten. Dieses Gremium besteht aus unabhängigen Experten und überwacht die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Die Juristin ist derzeit als einzige Frau in dem Komitee und stehe daher wie keine Zweite für die Rechte von Frauen mit Behinderungen, so Verena Bentele: „Ich wünsche mir, dass in Zukunft wieder auf ein ausgeglichenes Verhältnis der Geschlechter in dem Ausschuss geachtet wird. Es ist wichtig, dass Themen von Frauen mit Behinderungen eingebracht werden, auch das ist Teil von Diversität."

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