Inklusion vor und hinter der Kamera

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Logo Goldener Spatz
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Erfurt (kobinet) Eine Woche lang lief in Erfurt und Gera das Kinder-Medien-Festival „Goldener Spatz“. Das Festival zeichnete Beiträge für Kinder und Jugendliche im Bereich Film, Fernsehen und Online aus. Zugleich hatten Fachgespräch zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen beim Kinder-Medien-Festival „Goldener Spatz“ stattgefunden. Im Rahmen des Festivals lud die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, am 16.Juni in Kooperation mit dem Grimme-Institut und „die medienanstalten“ zu dem Fachgespräch „Alle(s) anders?“ ein. Es widmete sich dem Thema der Inklusion in Medienangeboten für Kinder und Jugendliche.

Bei dem Fachgespräch kamen Medienexpert*innen zusammen, um über die Zukunft der Barrierefreiheit der Kinder- und Jugendmedien sowie auch die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen vor und hinter der Kamera zu diskutieren. Noch immer finden Untertitelung, Audiodeskription und Gebärdensprachdolmetschung zu selten statt, damit sind viele Nutzerinnen und Nutzer ausgeschlossen. Außerdem kommen Menschen mit Behinderungen in der Realisierung der Angebote vor und hinter der Kamera wenig vor.

„Behinderungen sollten in Medienproduktionen ganz selbstverständlich dazugehören, das ist heute oft noch nicht der Fall. Ich wünsche mir, dass Kinder und Jugendliche mit dem Wissen um Behinderung als Normalität aufwachsen“, sagte Verena Bentele.

Diversität in Medien ist längst nicht alltäglich. Zwar gibt es in Kinder-und Jugendangeboten schon gute Ansätze, doch findet Behinderung immer noch viel zu selten statt. Bentele stellte deshalb fest: „Wünschenswert wäre, dass Darstellerinnen und Darsteller mit Behinderungen selbstverständlich Rollen übernehmen.“ Über die Darstellung von Menschen mit Behinderungen in Medien diskutierte das Publikum unter anderem mit dem Schauspieler Erwin Aljukic, Raul Krauthausen von Sozialhelden e.V. und dem Programmgeschäftsführer des KiKA, Michael Stumpf. Im Rahmen des Fachgesprächs wurde deutlich, dass es dringend einen Zugang zur Ausbildung für Medienschaffende mit Behinderungen in allen Bereichen geben muss. Nur wenn es etwa gut ausgebildete Schauspielerinnen und Schauspieler, Redakteurinnen und Redakteure sowie Journalistinnen und Journalisten gibt, wird die Perspektive von Menschen mit Behinderungen authentisch vor und hinter der Kamera eingebracht.

Best-Practice-Beispiele zeigten in den Workshops, dass es möglich ist, Hürden für die eigene Medienarbeit zu überwinden. Besonders interessant war die Text-to-Speech-Technologie namens Frasier, die die Kosten für das Erstellen von Hörfilmfassungen deutlich verringern kann. Wie Menschen mit Behinderungen bei der Produktion von Medien eingebunden werden könnten, zeigte ein Nachwuchsreporterprojekt der Aktion Mensch und der Deutschen Telekom. Verena Bentele stellte heraus: „Die guten Beispiele haben gezeigt, dass inklusive Medienangebote eine Bereicherung sind. In meinen Augen sollten jedoch die Rundfunkanstalten ihrem Informationsauftrag noch konsequenter nachkommen und flächendeckend Untertitel, Gebärdensprache und Audiodeskription zur Verfügung stellen.“

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