Neue S-Bahnzüge - Online-Petition

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Arnd Hellinger
Arnd Hellinger
Bild: Privat

Berlin (kobinet) Arnd Hellinger hat sich heute an den Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses von Berlin gewandt, weil nach den Befürchtungen behinderter Menschen neue Züge der Berliner S-Bahn weniger barrierefrei sein könnten.  Derzeit werden von der S-Bahn Berlin GmbH und der Fahrzeugindustrie (Konsortium Stadler/Siemens) im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg neue S-Bahnzüge (Baureihe 483/484) entwickelt. "Leider hat sich anhand der bisher präsentierten Entwürfe sowie eines 1:1-Modells gezeigt, dass bei der Fahrzeugkonzeption - entgegen öffentlicher Behauptungen - grundlegende Aspekte der Barrierefreiheit nicht oder nur unzureichend berücksichtigt wurden", so Hellinger.

So sei es beispielsweise Rollstuhlnutzenden im Gegensatz zu den bisherigen Baureihen 480, 481 und 485 nur noch möglich, an der jeweils ersten und letzten Tür eines Zuges ein- und auszusteigen, weil - erstmals in 90 Jahren elektrischer S-Bahn im Raum Berlin - sämtliche übrigen Türräume durch jeweils ZWEI vertikale Mittelstangen verbaut sind, was auch die Benutzung der S-Bahn durch Menschen mit Fahrrädern, Kinderwagen, Rollatoren etc. unverhältnismäßig erschwert oder in Hauptverkehrszeiten gar unmöglich macht.

"Erschwert wird die Situation noch dadurch, dass die jeweils am Zuganfang und -Ende befindlichen Mehrzweckabteile deutlich zu wenig Platz aufweisen und zudem anders als bei der Reihe 481 nur noch von einem Türraum aus angefahren werden können. Zu weiteren Mängeln wird auf entsprechende fachliche Stellungnahmen der bei SenStadt und SenUVK angesiedelten 'AG Bauen und Verkehr - barrierefrei!' sowie des Spontanzusammenschlusses 'Mobilität für Behinderte' und Herrn Dr. Jürgen Schneider, Landesbehindetenbeauftragter von Berlin, verwiesen. Wegen der eigentlich für Ende Juli 2017 avisierten Fertigungsaufnahme durch Stadler/Siemens bitte ich um KURZFRISTIGE Bearbeitung dieser Eingabe", schrieb Arnd Hellinger, der als Bahnexperte immer wieder auf Mängel für in ihrer Mobilität eingeschränkte Reisende in Deutschland aufmerksam macht.

Lesermeinungen zu “Neue S-Bahnzüge - Online-Petition” (7)

Von Dr. Theben

@lila s.

...hier ist er schon! Das Verbandsklagerecht und das (vorrangige )Schlichtungsverfahrensind auf Bundesebene im Behindertengleichstellungsgesetz §§ 15 und 16 (neu) geregelt. Ob es bei der S-Bahn Berlin GmbH Berlin greift mag rechtlich nicht ganz klar sein (ist halt eine 100%-Tochter) wäre aber wegen der politischen Signalwirkung einen Versuch wert. Und das Berliner Landesgleichberechtigungsgesetz sieht ja auch ein außerordentliches Klagerecht vor, wobei das ÖPNV-Gesetz gerade ausgenommen ist. Wichtiger ist es allemal das LGBG entlich konventionsfest zu machen und hier im konkreten Fall weiter politischen Druck aufzubauen!

Grüße

DR. Theben

Von lisa s

@Lesebrille
nicht dafür. :D


Hoffentlich antwortet mir @Dr. Theben noch...

Von Lesebrille

@lisa s.: Bitte um Entschuldigung und Danke! Das war eindeutig mein Fehler!! (grrr... hätte nicht passieren sollen...)

Von lisa s

Oooops!

Der Link:

https://www.change.org/p/bettina-jeschek-die-s-bahn-will-rollstuhlfahrer-ausgrenzen-stoppen-wir-das

Von lisa s

Hallo @Lesebrille, vielen Dank für die Verlinkung, doch bei mir funktionierte der nicht richtig, daher hier nochmal der Link zur Petition auf change.org.

@Dr. Theben, mir hat ein Bahn-Mitarbeiter gesagt, die S-Bahn sei zwar eine 100%ige Tochter der DB, daß die S-Bahn jedoch unabhängig und eigenständig handele.
Ich würde gerne mehr über das Schlichtungsverfahren erfahren.
Gibt es eine Quelle die ich zu Rate ziehen kann?

Danke für die Unterstützung.

Von Lesebrille

Ich packe auch hier noch einmal den Link zur Petition rein:
https://www.change.org/p/bettina-jeschek-die-s-bahn-will-rollstuhlfahrer-ausgrenzen-stoppen-wir-das/sponsors/new?source_location=after_sign

Unterschrieben und herumgeschickt.
Solidarische Grüsse nach Berlin

Von Dr. Theben

Diese Initiative Arndt Hellingers ist zu begrüßen. Die Ignoranz der S-Bahn Berlin GmbH ist erschreckend und man fühlt sich an die unwürdige Diskussion um das Bedarfskneeling erinnert, das die Berliner Verkehrsbetriebe zwangsweise durchsetzen wollte. Hier wäre, sollte kein Umdenken stattfinden zu überlegen, ob nicht ein Schlichtungsverfahren nach dem BGG eingeleitet werden sollte. Die S-Bahn Berlin GmbH ist eine 100 %zitige Tochter der Deutschen Bahn, einem Bundesunternehmen.

Solidarische Grüße

DR. Theben

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