Beratung für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Emoji Inklusion
Emoji Inklusion
Bild: Aktion Mensch e.V.

Dortmund (kobinet) Seit April dieses Jahres gibt es in Dortmund das Projekt „ Beratungs- und Kontaktstelle für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund“. Das durch die Aktion Mensch geförderte Projekt möchte durch kultursensible Beratung und Aufklärung Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung und ihre Angehörigen über ihre Rechte informieren und Hilfesysteme aufzeigen. Neben Beratungen werden im Rahmen des Projektes vielfältige Gruppenangebote initiiert, um den Austausch und Begegnungen von Betroffenen, Angehörigen und Familien zu fördern und zu unterstützen.

Familien mit Migrationshintergrund und behinderten Angehörigen haben in der Regel eine doppelte Herausforderung zu bewältigen - eine andere Muttersprache und unterschiedlich kulturell geprägte Vorstellungen von Behinderung und Krankheit. Diese führen sehr oft dazu, dass die betroffenen Familien einen unzureichenden Zugang zu Hilfesystemen haben. Erfahrungen zeigen, dass Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung sowie ihre Angehörigen vielfach schlecht bis gar nicht über bestehende Hilfe- und Unterstützungsangebote aufgeklärt sind. Menschen mit Behinderung werden vorwiegend im Elternhaus gepflegt, manchmal ohne nennenswerte Außenkontakte, die über die familiären Beziehungen hinausgehen. Dies führt zu Isolation und für die betroffenen Angehörigen zu massiver Überforderung.

Im Rahmen des Projektes soll durch kultursensible Beratung, Aufklärung und Anbindung erreicht werden, dass der Personenkreis von Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung verstärkt und nachhaltig unterstützt sowie begleitet wird. Muttersprachliche und kultursensible Beratung ist deshalb ein Hauptbestandteil des Vorhabens.

Darüber hinaus sollen durch das Projekt Gruppenangebote initiiert werden, so dass Austausch und Begegnung von Betroffenen, Angehörigen und Familien stattfinden kann. Themen dieser Angebote könnten beispielsweise Treffen zum Gedanken- Erfahrungsaustausch für Eltern von Kindern mit Behinderung und Migrationshintergrund oder Begegnungen wie ein Müttercafé beziehungsweise ein Treff internationale Küche sein. Zudem gibt es Gespräche zu kultursensible Themen wie Islam und Behinderung. In der Beratungsarbeit geht es auch um rechtliche Themen sowie darum, Formulare verstehbar zu machen. Ebenso stehen Pflege und Gesundheitsschutz für Senioren mit Behinderung und Migrationshintergrund im Blickfeld des Projektes. 

Das Vorhaben soll insgesamt Möglichkeiten eröffnen, Kontakte zu Menschen mit Migrationshintergrund und Behinderung herzustellen und eine vertrauensvolle Basis zu schaffen, aufgrund derer Austausch und Begegnung stattfinden kann.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.