Mensch zuerst fordert unterstützende gesetzliche Betreuung

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Stefan Göthling
Stefan Göthling
Bild: Mensch zuerst

Kassel (kobinet) Für den Geschäftsführer der Selbstvertretungsorganisation von Menschen mit Lernschwierigkeiten - Mensch zuerst - ist die Diskussion um den Wahlrechtsausschluss von behinderten Menschen, die in allen Angelegenheiten Betreuung nutzen, typisch für die Situation in Deutschland. Statt einer ausschließenden und hemmenden gesetzlichen Betreuung, brauche es eine gesetzliche Betreuung, die unterstützt und an der Inklusion orientiert ist, erklärte Stefan Göthling im Vorfeld einer Schulungsveranstaltung zur gesetzlichen Betreuung von Mensch zuerst, die morgen in Hoym stattfindet.

"Es ist eine Schande, dass es immer noch nicht gelungen ist, dafür zu sorgen, dass behinderte Menschen nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen werden. Wenn Menschen eine gesetzliche Betreuung nutzen, dann nutzen sie diese, um Unterstützung zu bekommen. Wenn man dafür bestraft wird, dann stimmt etwas nicht in diesem Land. Und dann hat das auch nichts mit der UN-Behindertenrechtskonvention zu tun", erklärte Stefan Göthling von Mensch zuerst. Wie es die UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht, müsse die gesetzliche Betreuung nicht die Entscheidungen der Betroffenen ersetzen, sondern sollte diese dabei unterstützen, selbst Entscheidungen zu treffen. "Das ist ein großer Unterschied und dafür treten wir von Mensch zuerst ein", betont Stefan Göthling. Die Ausschlüsse von Wahlen verunsicherten viele behinderte Menschen, die Hilfen in Anspruch zu nehmen, die sie brauchen, wenn ihnen dafür negative Konsequenzen drohen können. "Da hätte ich mir von den Abgeordneten mehr Mut erhofft", so Stefan Göthling.

Am 1. Juli führt Stefan Göthling von Mensch zuerst zusammen mit der Inklusions-Forscherin Jana Offergeld in Hoym eine Schulung zur gesetzlichen Betreuung für Menschen mit Lernschwierigkeiten durch. "Was darf mein gesetzlicher Betreuer oder meine Betreuerin? War darf mein gesetzlicher Betreuer oder meine Betreuerin nicht? Was darf ich? Was darf ich nicht? Was entscheiden wir zusammen?" Dies sind einige Fragen, die bei der Schulung behandelt werden.

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