Jugendherbergen in Sachsen für mehr Barrierefreiheit

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Jugendherberge Chemnitz -eins-
Jugendherberge Chemnitz -eins-
Bild: H. Smikac

Chemnitz (kobinet) Im Rahmen des Grundlagenprogramms "Barrierefreier Tourismus in Sachsen" hatten sich in der vergangenen Woche insgesamt 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Jugendherbergwerkes in der "Jugendherberge eins" in Chemnitz getroffen, um sich mit weiteren Details zum Ausbau ihrer barrierefreien Angebote zu beschäftigen.

Dabei haben die Jugendherbergen in Sachsen bereits einiges zur Barrierefreiheit ihrer Häuser getan - elf von ihnen sind für Gäste mit Rollstuhl zugänglich und verfügen über einige Zimmer mit entsprechend angepassten Sanitärzellen. Zugleich wurde auch an andere Gäste gedacht. So berichtet Denise Mönnich, die Leiterin der "Jugendherberge eins", dass bei der Gestaltung der Flure und Räume bewusst darauf geachtet wurde, auch den Ansprüchen von Gästen mit Sehbehinderungen gerecht zu werden. In der Aussprache war ebenfalls zu erfahren, dass es noch zwei Jugendherbergen gibt, in denen wegen der Bausubstanz keine Möglichkeiten bestehen, diese auch Gästen mit Rollstuhl zugänglich zu machen. Weitere Teilnehmer der Veranstaltung konnten berichten, dass auch ihre Häuser nicht für Besucher mit Rollstuhl ohne Hilfe zugänglich sind, andererseits sich gerade dort aber Gruppen von blinden Gästen und Gebärdensprachler sehr wohl fühlen und von Jahr zu Jahr immer wieder kommen.

Bei den Rundgängen mit Rollstuhl und Simulationsbrillen wurde deutlich, dass es wohl in allen Jugendherbergen Möglichkeiten gibt, den Komfort vor allem für jene Gäste weiter zu erhöhen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind. Fehlende Kleiderhaken in der richtigen oder unterschiedlichen Höhen, zu hoch angebrachte Steckdosen, nicht ausreichend gekennzeichnete aber in den Bewegungsraum reichende Träger - das sind nur wenige Beispiele dafür, womit die Barrierefreiheit ohne großen Kostenaufwand verbessert werden kann.

"Wir haben noch viel zu tun, um die Jugendherbergen in Sachsen wirklich barrierefrei zu machen", das bestätigt Geschäftsführer Alexander Ladwig, und fügt hinzu: "Einiges wird auch noch eine länger Zeit dauern, die heutige Veranstaltung hat jedoch gezeigt, dass wir noch Wege finden können, um ohne großen Kostenaufwand mehr Komfort zu ermöglichen."

Dem stimmten auch die Mitarbeiter aus den anderen Jugendherbergen zu. Sie wollen nun mit "einem noch kritischeren Blick" durch ihre Häuser gehen, und Verbesserungen schaffen, wo das kurzfristig möglich ist. Zudem sollen kurzfristig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besser für die Ansprüche von mobilitätseingeschränkten Gästen sensibilisiert werden.

Einzelheiten zu den Jugendherbergen in Sachsen können Interessierte über diesen Link nachlesen. Das Informationsblatt "Grenzenlose Ferien", das einen Überblick über die Jugendherbergen in Sachsen mit besonderer Eignung für Rollstuhlfahrer gibt, kann hier herunter geladen werden.

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