Vor Schulferien in Nordrhein-Westfalen

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Yvonne Gebauer
Yvonne Gebauer
Bild: Pressefoto FDP

Düsseldorf (kobinet) In Nordrhein-Westfalen hat die letzte Schulwoche begonnen. Am 17. Juli beginnen im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland die Sommerferien. Die neue Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat ihr Amt angetreten und will mit dem Personal des bisher von den Grünen geführten Ministeriums Inklusion unter dem Motto "Qualität vor Tempo" fortsetzen.

„Wir sind froh, dass die Ministerin in ihren ersten Interviews klargestellt hat, dass der Inklusionsprozess mitnichten gestoppt oder zurückgedreht, sondern auch unter der neuen Landesregierung vorangetrieben wird“, sagte Eva-Maria Thoms vom mittendrin e.V., der in Köln den Kongress „Eine Schule für Alle. Inklusion schaffen wir!“ vorbereitet.  „Das angedeutete Konzept der Schwerpunktschulen wirft allerdings Fragen auf. Völlig unklar bleibt bis jetzt, wie gleichzeitig sichergestellt werden soll, dass Kinder und Jugendliche mit Behinderung tatsächlich wohnortnah eine gute inklusive Schule finden können.“

Das landesweite „Bündnis Eine Schule für alle" warnte durch ihre Sprecherin Uta Kumar (Bielefeld) davor, dass die Verordnung über die Mindestgröße der Förderschulen für Ausnahmen geöffnet wird, um Förderschulen zu erhalten, die wegen mangelnder Schülerzahlen geschlossen werden sollten. Eine Doppelstruktur von Förderschulen und Regelschulen werde die Kosten unnötig erhöhen und die Entwicklung eines inklusiven Bildungssystems ausbremsen.

Bereits am ersten Tag ihrer Koalitionsverhandlungen hatten CDU und FDP verkündet, dass alle Sonderschulen erhalten bleiben sollten. "Dieses sogenannte Moratorium wird die Bildungsqualität für Kinder und Jugendliche mit Behinderung nicht verbessern, sondern verschlechtern: Einerseits wird der Mangel an Sonderpädagogen in der 'Inklusion' verschärft. Andererseits werden im Sonderschulbereich Zwergschulen mit zweifelhafter Unterrichtsqualität erhalten", kritisierte in Dortmund Gemeinsam Leben Gemeinsam Lernen NRW e. V. Kommunen, die ihre bereits seit Längerem getroffenen Schließungsbeschlüsse zurücknehmen, müßten die benötigten Betriebskosten über einen Nachtragshaushalt aufbringen. Damit würden den Kommunen erhebliche finanzielle Lasten aufgebürdet.

Pablo Pineda ist Schirmherr des dritten mittendrin-Kongresses. Der Lehrer wird in Köln zu einem Vortrag "Vom Wert der inklusiven Bildung" erwartet. Yvonne Gebauer nimmt an einer Diskussionsrunde "Inklusion.Wie geht's weiter in NRW?" teil.

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