Öffentlich geförderte Beschäftigung für Langzeitarbeitslose gefordert

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Logo des Paritätischen Gesamtverbands
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Bild: Der Paritätische Gesamtverband

Berlin (kobinet) Durchgreifende Reformen in der Arbeitsmarktpolitik fordert der Paritätische Wohlfahrtsverband angesichts aktueller Zahlen, nach denen die Verweildauer von Arbeitslosen in Hartz IV erneut gestiegen ist. Einmal arbeitslos, sei es immer schwerer für Hartz-IV-Beziehende, wieder auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Durchschnittlich dauere es mittlerweile 21 Monate, bevor die Menschen überhaupt Beschäftigung fänden, rund 400.000 Langzeitarbeitslose seien auf absehbare Zeit so gut wie gar nicht mehr in den ersten Arbeitsmarkt vermittelbar. Der Verband fordert vor diesem Hintergrund öffentlich geförderte Beschäftigungsangebote.

Nach Auffassung des Verbandes zeigt sich aktuell, dass Hartz IV kein Sprungbrett ist und niemals war. "Wenn überhaupt dann werden die Menschen zu großen Teilen in einem Hamsterrad gehalten, aber sie werden nicht in gute Beschäftigung vermittelt. Hartz IV ist für viele Menschen schlicht eine Sackgasse", kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. Der Verband weist darauf hin, dass die faktische Vermittlungsquote von arbeitslosen Hartz-IV-Beziehenden in Arbeit durch die Jobcenter lediglich bei knapp fünf Prozent liegt.

Das gesamte System Hartz IV gehöre auf den Prüfstand, fordert der Paritätische. Zwingend notwendig sei die Abschaffung der Sanktionen in Hartz IV und ein Ausbau öffentlich geförderter Beschäftigung. "Alle Praktiker wissen, dass die Betreuung alleine nicht mehr weiter führt bei rund 400.000 Langzeitarbeitslosen, die praktisch nicht mehr auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln sind. Wenn es aber der erste Arbeitsmarkt nicht hergibt, dann braucht es andere Angebote", so Schneider. "Statt sanktionsflankierter Maßnahmen ohne Perspektive brauchen wir echte maßgeschneiderte Betreuung in einem öffentlich geförderten Beschäftigungssektor", fordert Schneider.

Lesermeinungen zu “Öffentlich geförderte Beschäftigung für Langzeitarbeitslose gefordert” (1)

Von kirsti

Fragen an den Paritätischen:

1. Was nutzt ein „Prüfstand“ für Hartz IV?
2. Wenn schon „Abschaffung von Sanktionen in Hartz IV“,
warum nicht Abschaffung von Hartz IV?
3. wenn 400 000 Langzeitarbeitslose aus Hartz IV nicht auf den
ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln sind, was soll mit ihnen
passieren?
4. Was bedeutet „echte maßgeschneiderte Betreuung in einem
öffentlich geförderten Beschäftigungssektor" konkret?
– Provokante Frage: Werkstatt für Hartz IV- Empfänger?

Mir schwant nichts Gutes bei „ echte[r] maßgeschneiderte[r] Betreuung“. Wenn man schon 400 000 Menschen nicht auf den ersten Arbeitsmarkt beschäftigen kann, dann bringt man sie eben in einem „öffentlich geförderten Beschäftigungssektor“ unter.- Was heißt "echte maßgeschneiderte Betreuung"? Was ist das für ein "öffentlich geförderter Beschäftigungssektor" außerhalb des ersten Arbeitsmarktes? Nennt doch bitte Ross und Reiter und die Dinge beim Namen.

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