Damit Inklusion kein Fremdwort bleibt

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Markus Walloschek bei der Pride Parade 2017 in Berlin
Markus Walloschek bei der Pride Parade 2017 in Berlin
Bild: Privat

Berlin/Erfurt (kobinet) Videos von Markus Walloschek gab es schon öfter auf kobinet. Jüngst war es ein Film von der Pride Parade in Berlin, wo der Erfurter mit Constantin Grosch und Raul Krauthausen zusammentraf. Das Foto machte ein Assistent. Für das Interview mit dem Aktivisten der Thüringer Behindertenbewegung bedankt sich heute der Berliner kobinet-Korrespondent und ist gespannt auf weitere aktuelle Videos.  

kobinet: Bei wichtigsten Ereignissen der Behindertenbewegung bist du dabei, filmst aus dem Rollstuhl und stellst aktuell Videos ins Netz. Wie schaffst du das?

Markus Walloschek: Das Filmen macht mir Spaß, seit ich nach der Wende meine erste Videokamera hatte. Ich nahm damals z. B. Dr. Alfred Biolek bei Talkrunden der Gesellschaft für Osteogenesis imperfecta e. V. auf, dessen Schirmherr er viele Jahre war. Auch drehte ich zusammen mit Anderen einen Film als es darum ging, einen Tag für Behinderte auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt zu veranstalten. Wir waren schon damals, Mitte der 90er, der Meinung das das nicht der Inklusion gut tut, für wenige Stunden "Was für Behinderte machen" und dann wieder von der Bildfläche in Heime usw. verschwinden.

kobinet: Filmst und fotografierst du mit einer am Rollstuhl befestigten Kamera oder mit einem Smartphone aus der Hand?

Markus Walloschek: Ich filme mittlerweile mit Fotoapparat und das sogar in HD. Eine Befestigung ist an diesem Rollstuhl nicht so sinnvoll, daher halte ich ihn in der Hand (abgestützt auf dem Knie).

kobinet: Hält dein alter Elektrorollstuhl noch durch oder konntest du schon einen neuen erkämpfen?

Markus Walloschek: Die Lage mit meinem vor 3 Jahren ausgestellten Rezept für einen neuen Rollstuhl hat sich verschärft. Ich stürzte mit meinem vor einem Jahr selbst bei Ebay gekauften, 6 Jahre alten Rollstuhl zum 3. Mal fast von der Rampe. Da ich Glasknochen habe, brauche ich wohl kaum zu erklären, das das für mich absolute Schock-Situationen sind, die ich nicht mehr verkrafte und mich deswegen von der Arbeit krankschreiben ließ.

kobinet: Du bist bei den Piraten in Erfurt politisch aktiv und stehst auf Platz 2 der Thüringer Landesliste deiner Partei für die Bundestagswahl. Du kämpfst für die Teilhabe aller Menschen, "damit Inklusion kein Fremdwort bleibt". Wo siehst du Verbündete, um dieses Ziel zu erreichen?

Markus Walloschek: Überall in meinem Freundes- und Bekanntenkreis sehe ich Verbündete, die für Inklusion sind. Dabei habe ich auch gute Kontakte zu Mitgliedern anderer Parteien. Den Piraten trat ich vor ca. 5 Jahren bei, weil es eine unverbrauchte Partei war, der ich Inklusion schmackhaft machen wollte, was mir auch gemeinsam mit anderen Menschen mit Behinderung gelungen ist. Meiner Meinung nach ist es gut, wenn möglichst viele Parteien Politik für Menschen mit Behinderung umsetzen wollen, was bei parlamentarischen Abstimmungen natürlich zu Gute kommen kann. Ein Beispiel ist dafür der Behindertenbeirat Erfurt, wo ich durch die Piraten 2. Vorsitzender geworden bin.

Lesermeinungen zu “Damit Inklusion kein Fremdwort bleibt” (2)

Von TN

... Es muss in der zweiten Zeile des Leserbriefes korrekt 'Praktizieren' (und nicht Proktizieren) heißen.

Von TN

Der Kaufmännischen Krankenkasse sind die folgenden Vorwürfe zu machen:
Proktizieren stiller Euthanasie. Begründung die Kaufm. Krankenkasse lässt es zu, dass eines ihrer Mitglieder aus dem kapputten Rollstuhl fällt und hierbei tödlich zu Schaden kommen kann.
Demnach wäre der Kaufm. Krankenkasse die staatliche Lizenz zu entziehen, als Krankenkasse (nach außen hin) aufzutreten, da sie ihren Verpflichtungen als Krankenkasse nicht im Geringsten nachzukommen scheint und auch offensichtlich nicht nachkommt.
Eine Dunkelziffer, wieviele Krankenkassenmitglieder von der KKH nicht bedient werden, sondern ihnen nur regelmäßig das Geld aus der Tasche gezogen wird (Stichwort: Beitragszahlung) gibt es bestimmt, hiervon gehe ich aus.

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