Inklusionsfirmen bilden europäischen Dachverband

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Logo der Bundesarbeitsgemeinschaft Inklusionsfirmen e.V.
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Bild: Patrick Bugner

Straßburg (kobinet) Gemeinsam mit den Verbänden inklusiver Unternehmen UNEA, CONACEE und EWETA hat die Bundesarbeitsgemeinschaft Inklusionsfirmen (bag if) in Straßburg den europäischen Dachverband „European Confederation of Inclusive Enterprises employing people with disabilities“(Europäische Vereinigung inklusiver Unternehmen, die Menschen mit Behinderungen beschäftigen) , kurz EuCIE, gegründet.

Auf der konstituierenden Sitzung von EuCIE trafen sich Dr. Fritz Baur (1. Vorsitzender bag if), Uta Deutschländer (EuCIE-Beauftragte bag if) und Klaus Meyer zu Brickwedde (bag if) mit Vertretern der Verbände inklusiver Unternehmen Union Nationale des Entreprises Adaptées (UNEA) aus Frankreich, Confederación Nacional de Centros Especiales de Empleo (CONACEE) aus Spanien und Entente Wallone des Entreprises de Travail Adapté (EWETA) aus Belgien, um die Satzung von EuCIE gemeinsam
zu unterzeichnen.

Mit EuCIE wollen die Dachorganisationen der inklusiven Unternehmen sich gemeinsam in europapolitische Fragen zur beruflichen Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderungen einbringen. Unmittelbares Ziel von EuCIE ist es, die Unterstützung und Weiterentwicklung von europäischen Inklusionsunternehmen in der Europäischen Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2020-30 zu verankern. Darüber hinaus ist es das Ziel von EuCIE, Nachteilsausgleiche für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung in Europa zu sichern und das Recht auf inklusive berufliche Teilhabe in Europa weiterzuentwickeln.

Der bag if Vorsitzende Dr. Fritz Baur freute sich über die Gründung des neuen europäischen Dachverbands: „Mit EuCIE haben wir ein wichtiges Netzwerk geschaffen, um die Interessen von Inklusionsunternehmen auf europäischer Ebene wahrzunehmen. Wir wollen unsere politischen Partner bei der Europäischen Union gemeinsam von der Innovationskraft moderner Inklusionsunternehmen überzeugen und so die Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen nachhaltig verbessern.“

Zum ersten Präsidenten von EuCIE wurde Jean-Marc Froger, der ehemalige Präsident von UNEA, gewählt. Gemeinsam mit einem sechsköpfigen Vorstand und einem Verwaltungsrat, dem neben Vertretern der Gründungsmitglieder auch Vertreter wichtiger Partner wie Airbus und Société Générale angehören, wird er die Geschicke von EuCIE in den kommenden zwei Jahren lenken. Jean-Marc Froger erklärte zur Gründung von EuCIE: „Mit EuCIE wollen wir ein wichtiger Pfeiler für die Entwicklung eines
sozialen Europas und einer inklusiven europäischen Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen sein.“

Der erste EuCIE-Kongress wird am 24.10.2017 in Valencia stattfinden.

Lesermeinungen zu “Inklusionsfirmen bilden europäischen Dachverband” (3)

Von Behindert_im_System

Zitat:

"Der bag if Vorsitzende Dr. Fritz Baur freute sich über die Gründung des neuen europäischen Dachverbands: „Mit EuCIE haben wir ein wichtiges Netzwerk geschaffen, um die Interessen von Inklusionsunternehmen auf europäischer Ebene wahrzunehmen."

Das sich Herr Dr. Bauer freut ist mir klar, dient doch der Verband auch einem System wo nicht der behinderte Mensch im Mittelpunkt steht, sondern wo sich seit Jahrzehnten gut eingefahrenes weiterhin nutzen lässt.

Dr. Bauer war bis zu seinem Ruhestand, der Boss von der Bagüs und was von denen kommt, kennen wir ja.

Von Dirk Hentschel

In wie weit diese Gründung einen Erfolg für Menschen mit Behinderungen bringen wird mag ich nicht beurteilen. Ich wünsche dem Verband jedoch viel Erfolg dabei!

Meine Erkenntnis ist jedoch, dass jeglicher Ansatz "Inklusion von oben zu denken" (gerade hier in Deutschland?!) zu nichts führt.

Dirk Hentschel

Von kirsti

Es ist schon paradox; Europa ist vom Zerfall bedroht; Verfallserscheinungen nagen an allen Ecken und Enden. In Deutschland ist gerade das letzte Hohe Lied auf Inklusion durch die Missachtung der UN-BRK in der Verabschiedung des „Bundesteilhabegesetzes“ gesungen worden, da strebt man bereits nach neuen Ufern und will hinaus in die Weite Welt…und „Inklusionsunternehmen auf europäischer Ebene“ gründen. Wie wollen „wir“ – wer ist „wir“ - Missionsaufgaben für „Inklusion“ übernehmen, wenn „wir“ Inklusion in Deutschland nicht einmal ansatzweise schaffen.
„Wir wollen unsere politischen Partner bei der Europäischen Union gemeinsam von der Innovationskraft moderner Inklusionsunternehmen überzeugen und so die Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen nachhaltig verbessern.“
Viel Spaß beim Treffen in Valencia – ist eine schöne Stadt- am 24.Oktober 2017! Fragt sich nur, wie viele Behinderte dort bei den Verhandlungen anwesend sein werden.
Aber schön: ein Präsident, ein sechsköpfiger Vorstand und ein Verwaltungsrat sind bereits gewählt, die werden die Geschicke der Behinderten an sichere Ufer lenken...

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