Leichte Sprache macht nicht dumm

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Klaus Candussi im Grazer Sommercamp
Klaus Candussi im Grazer Sommercamp
Bild: Martin Ladstätter

Graz  (kobinet) Dass Texte in Leichter Sprache weder die Sprache kaputt, noch die Menschen dumm machen, darin waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sommercamps zum selbstbestimmten Leben behinderter Menschen einig. Ausgangspunkt der Diskussion in Graz mit Klaus Candussi von atempo war eine zuletzt in der ZEIT veröffentlichte Glosse zur Leichten Sprache.

Allein in Österreich gibt es nach Informationen von Klaus Candussi zwei Millionen Menschen, die Probleme mit der durchschnittlichen Nutzung der Sprache haben. Es gehe hier in der Diskussion um eine leicht verständliche Sprache also nicht nur um Menschen mit Lernschwierigkeiten, sondern um viele andere Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, die viele der für sie wichtigen Informationen nicht verstehen. Daher gelte es bei den Angeboten für eine leicht verständliche Sprache genau hin zu schauen, welche Zielgruppe erreicht werden soll.

Was gar nicht geht, ist, dass leicht verständliche Informationen abgewertet werden, wie dies kürzlich in einer Glosse der ZEIT von Alfred Dorfer getan wurde. Deshalb hat sich Klaus Candussi auch gegen diese Glosse gewehrt. Auch dem Argument, dass immer mal wieder zu hören ist, dass Leichte Sprache die Menschen dumm machen könnte, wurde eine klare Absage erteilt. Denn Leichte Sprache ist für viele Menschen eine Unterstützung, Informationen überhaupt erst wahrnehmen zu können. Annette Bourdon von Mensch zuerst: Verständliche Texte seien für Menschen mit Lernschwierigkeiten genau so wichtig wie Rampen für RollstuhlnutzerInnen.

Spannend war der Blick in die Zukunft, den Klaus Candussi mit dem neuen Angebot von atempo vorstellte, um verschiedene Grade einer leichten und verständlichen Sprache über eine App anbieten zu können. So könnten beispielsweise Bescheide von Behörden in unterschiedlichen Formaten angeboten und von den NutzerInnen je nach Bedarf über die App abgerufen werden. Dies könnte in Sachen Leichte Sprache ein spannender Sprung nach vorne sein, meinten Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Sommercamps.

Lesermeinungen zu “Leichte Sprache macht nicht dumm” (18)

Von kirsti

Hallo Sven Drebes,

vielen Dank für die Antwort. Es war auch nicht unbedingt auf Sie „gemünzt“. – Im Augenblick treiben mich andere Dinge um, die mit den unterschiedlichen Behinderungen meiner [erwachsenen] Kinder zu tun haben. Das Thema Übersetzungen war dann ein willkommenes Ventil, also eine Art „Über-Sprungs- Handlung“- wie es Freud genannt haben dürfte.- Danke, dass Sie mir diese Entgleisung nachsehen.

Freundliche Grüße Kirsti

Von Sven Drebes

Liebe Kirsti,

es lag und liegt mir fern, Sie aus dem kreis der hier kommentierenden zu vertreiben oder die Arbeit von Übersetzer*innen herab zu würdigen. Vielmehr geht es mir darum, dass das Übertragen in Leichte Sprache für sich genommen zwar ganz anders funktioniert, aber ähnlich anspruchsvoll ist wie Übersetzungen, dazu aber noch weitere Arbeiten kommmen, die durchaus höhere Seitenhonorare rechtfertigen.

Mit "originalgetreu" meine ich übrigens nicht eins zu eins nach Wörterbuch. Vielmehr dürften wir uns einig sein, dass eine gute literarische Übersetzung zum einen inhaltlich nichts hinzufügt (außer Erklärungen) oder weglässt und sprachlich insoweit mögliichst nah am Original bleibt, dass z.B. sprachliche Besonderheiten bestimmter Gruppen oder Sprachmelodien erhalten bleiben bzw. so übertragen werden, dass es im Deutschen passt.

Freundliche Grüße
Sven Drebes

Von kirsti

Sehr geehrter Herr Dr. Drebes,

Ihre Ausführungen noch Mal
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„Der Vergleich mit Übersetzungen aus dem Englischen, Finnischen oder einer mikronesischen Sprache ist darüber hinaus nur begrenzt sinnvoll [gemeint sind „Übersetzungen aus der Schweren in die Leichte deutsche Sprache]. Ein Übersetzer ist darum bemüht, Inhalt und Tonfall des Ausgangstext möglichst originalgetreu wiederzugeben. Seine Aufgabe beschränkt sich zudem darauf, einen Text ohne Rechtschreib- und Grammatikfehler zu liefern, die Prüfung auf Eignung für die Zielgruppe ist nicht seine Sache, sondern die des Autors oder Aufttaggebers.“
_______________________________

Wenn es nicht so neben der eigentlichen
Sache, nämlich neben der Sache der Behindertenpolitik liegen würde und wenn ich nicht wirklich wahrhaft essentielle Sorgen und Probleme hätte, wäre ich über Ihre Auffassung über „Übersetzungen“ aus anderen Sprachen entsetzt, erstaunt, -wenn Sie damit die Anleitung von Ikea- Regalen meinen, trifft das natürlich zu-. Auf Übersetzungen, die ich meinte, literarische, ist es gelinde gesagt, ein Unding, man muss tief Luft holen: Darum gibt es so viele [oder eher gesagt: wenige] gute Übersetzer aus der einen in die andere Sprache. Die Art des Denkens spiegelt sich in unterschiedlichsten Satzkonstruktionen wieder, man muss die andere Sprache „denken“ und „fühlen“. Das „Mikronesische“ - kenne ich nicht; aber Sie werden keinen vernünftigen Übersetzer einer dieser vielfältigen Sprachen finden, und wenn dann nur so schwer. Auch wenn Sie sich über mich lustig machen Die Rechtschreib- und Grammatikfehler werden von Lektoren besprochen und korrigiert. Sie sind nicht das Problem.

Jedenfalls haben Sie mir hiermit ausgetrieben, auf „kobinet“ nur noch ein einziges Wort zu schreiben. Vielleicht werden sich einige freuen- oder ich nehme mich zu wichtig.

Von kirsti

P.S.

Um alle Missverständnisse zu beseitigen; habe mich verschrieben: Leichte Sprache ist natürlich kein „Kritikpunkt“, sondern ein „wichtiger Nebenschauplatz“ im BTHG; so hoffentlich ist jetzt alles irgendwie bereinigt!
LG Kirsti

Von kirsti

Hallo Sven Drebes,
können wir diese „Diskussion“ allmählich mal beenden! Denn sie trifft wirklich nicht den Hauptkritikpunkt am BTHG. Aber: ich kann mich dunkel daran erinnern, dass Sie sich einmal persönlich über die Kosten, die der Auftraggeber für Leichte Sprache zahlen muss, in einem Leserbrief „aufgeregt“ haben. Kann mich aber auch täuschen.- Aber wenn schon, dann mache ich mal Werbung für das Finnische: Hören Sie sich mal auf You Tube den an den typischen finnischen Krankheiten, Sie kennen sie sicher, 2006 verstorbenen Musiker und genialen Songschreiber Juice Leskinen an; z.B. mit Mikko Alatalo „Klassikoiden ilta“; es gibt noch mehr… Wenn schon nicht Leichte Sprache dann finnische Sprache…. Ist mindestens so genau so gut- und selten!
Grüße

Von Sven Drebes

Teil 2:
Leichte Sprache wurde übrigens weder vom BMAS noch von Wohlfahrtsverbänden erfunden, sondern von Menschen mit Lernschwierigkeiten selbst. Und das BMAS verdient auch nichts daran.
Schließlich sind die paar tausend Euro, die staatliche Stellen für Übertragungen in Leichte Sprache ausgeben, bestimmt nicht der Grund für die Kürzungen bei Teilhabeleistungen.

PS: Um entsprechenden Vermutungen vorzugreifen, ich übertrage zwar ab und zu Texte, verdiene aber nichts damit.

Von Sven Drebes

Hallo Kirsti,

wo ist das Problem, wenn eine Übertragung in Leichte Sprache genauso viel oder etwas mehr kostet als eine Übersetzung aus dem Finnischen. Die 76,30 € sind vermutlich auch nicht die Obergrenze.

Der Vergleich mit Übersetzungen aus dem Englischen, Finnischen oder einer mikronesischen Sprache ist darüber hinaus nur begrenzt sinnvoll. Ein Übersetzer ist darum bemüht, Inhalt und Tonfall des Ausgangstext möglichst originalgetreu wiederzugeben. Seine Aufgabe beschränkt sich zudem darauf, einen Text ohne Rechtschreib- und Grammatikfehler zu liefern, die Prüfung auf Eignung für die Zielgruppe ist nicht seine Sache, sondern die des Autors oder Aufttaggebers. Jemand der einen Text in Leichte Sprache überträgt, schreibt einen ganz neuen Text. Er oder sie filtert zunächst aus dem Ursprungstext die wesentlichen, wichtigen und unwichtigen Informationen heraus und überlegt, welche Inhalte wegfallen können. Dann schreibt er einen neuen Text nach den Regeln, von denen HaKo einige genannt hat, für Akademiker gar nicht so leicht. Schließlich müssen passende Bilder gesucht und ggf. gekauft, gezeichnet oder aufgenommen und in den Text eingefügt werden. Am Ende steht dann die Prüfung durch Menschen mit Lernschwierigkeiten und eventuelle Nacharbeiten.

Teil 2 folgt...

Von kirsti

Auch wenn es inzwischen langweilig wird: ich wollte und will mich bei der
Partei „Die Linke“ in meinem Heimatort engagieren, bin dabei zufällig –weil‘s ja Thema ist – auf den Button „Leichte Sprache“ gestoßen. Als ich diesen öffnete, war ich doch ziemlich erstaunt. Nichts von mühsamer Handarbeit in der Bebilderung, sondern „Text-und Bildbausteine“ von der Lebenshilfe Hessen und Lebenshilfe Bremen e.V aus dem Jahr 2013 [!] u.a. - übernommen. – Trotz anfänglicher Enttäuschung bleibe ich jedoch bei meiner Entscheidung für diese Partei! Aber die Glaubwürdigkeit hat dann schon ein wenig gelitten; man sollte ehrlich sein!

Hier der Beweis
https://www.die-linke-hessen.de/site/aktiv-werden/mitglied-werden.html
Auf der Seite unter der Rubrik „Downloads“ die pdf-Datei „Programm in leichter Sprache“ aufrufen.
Am Ende der 14-seitigen Selbstdarstellung erscheint – garniert mit zwei Logos der Lebenshilfe Hessen – der Hinweis
[Zitat Anfang]
Leichte Sprache:
Zentrum für Leichte Sprache der Lebenshilfe Hessen.
Geprüft von Mensch zuerst – Netzwerk People First Deutschland
Bilder:
© Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Bremen e.V.,
Illustrator Stefan Albers, Atelier Fleetinsel, 2013.
Zeichen für Leichte Sprache © Inclusion Europe
[Zitat Ende]

Von kirsti

@Arnd Hellinger -auch wenn's off-topic ist, da muss ich mich doch wehren

Für den Hausgebrauch mag das stimmen. Aber da tun Sie vielen Übersetzer*innen Unrecht.

Stefan Moster ist der einzig mir bekannte Übersetzer, der in Helsinki lebt, mit einer finnischen Übersetzerin verheiratet ist, die finnische Mentalität kennt und als dichterisch selbst begnadeter Autor vom Finnischen authentisch ins Deutsche übersetzen kann, auch Gedichte; oder sagen Ihnen Namen wie Kari Hotakainen, Matti Y. Joensuu, Jouni Inkala etwas…Märta Tikkanen ist als einzige finnische Autorin über die Grenzen ihres Heimatlandes bekannt; und sie gehört zur schwedisch-sprachigen Minderheit in Finnland.-

Die finnische Down- Punk-Band PKN (Pertti Kurikan Nimipäivät) hätte es bei der Eurovision 2015 auch weiter bringen können, wenn sie nicht auf Finnisch gesungen hätte. Kennen Sie den verstorbenen Dichter Oiva Paloheimo…., die Singer-Songwriter Juice Leskinen, die Bands Eppu Normaali, Hassisen kone…?

Samu Haber weiß, warum er auf Deutsch singt, Nightwish meist auf Englisch, Tarja Turunen ebenfalls.

Außerdem suchen Sie mal einen Gedichtband auf Deutsch vom englischen Dichter Dylan Thomas, den werden Sie mit viel Glück auch nur noch antiquarisch finden.

Und es gibt noch viel mehr in viel mehr Sprachen, die als "nicht- übersetzbare Literatur" gilt, als ich hier aufzählen kann...

Von Arnd Hellinger

@Kirsti:

Nun ja, diese "Übersetzungsleistungen" sind aber auch bzgl. des jeweils nötigen Aufwandes nicht wirklich vergleichbar. Für Übersetzungen "Nichtdeutsch -> Deutsch" gibt es Softwarelösungen (jenseits von Google und Bing/Facebook), Nachschlagewerke sowie - ganz wichtig - Menschen, die durch ihre Sozialisation und/oder Ausbildung in jeweils beiden Sprachen zumindest annähernd gleichermaßen zu Hause sind. Zudem entfällt hier die Notwendigkeit zusätzlicher Erläuterungen und Illustrationen.

Insofern halte ich die für Übersetzungen in Leichte Sprache geforderten Preise schon für legitim - eher für zu gering, wenn man bedenkt, dass hieran oftmals "Mitarbeitende" von WfbM mitwirken...

Von kirsti

@Sven Drebes
Es ist zwar ein wahrhaft winzig kleiner Nebenschauplatz der Partizipation und BTHG. Und es geht auch nicht um den Sinn von leichter Sprache, sondern alleine um die Kosten und die Frage, wer denn nun von den Übersetzungen in leichte Sprache im Endeffekt partizipert und von ihnen profitiert. Ich gehe davon aus, dass dies nicht die Nutzer der leichten Sprache sind, sondern die Übersetzer.

Ein Vergleich, er bezieht sich auf eine Übersetzung eines nicht- deutschen Textes ins Deutsche:

„Sie möchten einen Text von etwa 3000 Zeichen übersetzen lassen.
3000 Zeichen entsprechen ungefähr einer DIN-A4-Seite in einer Standardschrift (z. B. Times New Roman) in Schriftgröße 12 und einem Zeilenabstand von 1,5.
Der Zeilenpreis beträgt 1,40 €.
3000 Zeichen geteilt durch 55 Zeichen/Normzeile ergeben gerundet 54,5 Normzeilen.
Multipliziert man nun die 54,5 Normzeilen mit dem Preis von 1,40 €/Normzeile, ergibt sich für die Übersetzung ein Preis von 76,30 €.“

Hingegen kostet eine Übersetzung von „schwerer“ in „leichte“ deutsche Sprache:

„Für Übersetzungen in Leichte Sprache können Sie Kosten von ungefähr 80,00 bis 135,00 Euro zzgl. MwSt. je Normseite1 veranschlagen“

Dies ist doch ein sehr ungewöhnlicher Preisunterschied! Von einer fremden Sprache ins Deutsche zu übersetzen scheint um ein Vielfaches billiger als von der „schweren“ deutschen Sprache in die „leichte“ deutsche Sprache. Da stimmen doch die Verhältnisse nicht! Eine kühne Vermutung: Die Übersetzer sitzen im Hause BMAS – oder sind deren Helfershelfer!

Von Sven Drebes

Es ärgert mich, wie hier auf der Leichten Sprache und denen, die Texte in Leichter Sprache schreiben, herum gehhackt wird.

Niemand verlangt, nur noch in Leichter Sprache zu schreiben. Da ein Text in Leichter Sprache bei einer 1:1-Übersetzung durch Aufteilen von Sätzen und Erklärungen so lang würde, dass ein großer Teil der Zielgruppe überfordert wäre, macht das auch keinen Sinn. Es geht vielmehr darum, einer Gruppe von Menschen die wesentlichen Inhalte eines Texts zugänglich zu machen, die sonst davon ausgeschlossen wären.
Und unbestritten gibt es Menschen, für die auch die Leichte Sprache zu kompliziert ist.

Honorare von 80-135 € pro A4-Seite relativieren sich, wenn man bedenkt, dass zwei bis drei Menschen jeweils eine bis drei Stunden mit der Übertragung, Bebilderung und Prüfung eines Textes beschäftigt sind.

Von HaKo

Manche regeln der leichten Sprache lassen sich ohne Schwierigkeiten umsetzen.
Warum Kobinett das nicht macht, ist mir unverständlich.

Diese Regeln führen auch für nicht Behinderte zur besseren Lesbarkeit eines Textes:
1. stets linksbündig schreiben
2. jeden Satz in einer neuen Zeile beginnen
3. keine Silbentrennung verwenden
4. keine Zahlwörter, sondern Ziffern verwenden (also z.B. nicht "zweihunderteins", sondern "201")
5. Sinnzusammenhänge jeweils in einen neuen Absatz schreiben (lieber ein Absatz zuviel, als einen Absatz zuwenig)
6. möglichst kurze Sätze schreiben

Im übrigen habe ich festgestellt:
Leichte Sprache macht nicht dumm.
VieImehr erweitert sich der Wortschatz enorm.
Denn für jedes "schwere" Wort muß man ein "leichtes" Wort finden.
Bei Fachbegriffen ist dies zwar selten möglich.
Jedoch sind Texte nicht nur aus Fachbegriffen zusammengesetzt.

(Den letzten Absatz mal nicht in leichter Sprache:

Im Übrigen habe ich festgestellt, daß Leichte Sprache nicht dumm macht, sondern den Wortschatz enorm erweitert, weil man für jedes "schwere" Wort ein "leichtes" finden muß, was zwar bei Fachbegriffen nur selten möglich ist, jedoch bestehen Texte nicht nur aus solchen.

Man möge die Lesbarkeit vergleichen.)

Von kirsti

P.S.
Hier einige preisgünstige Angebote für Übersetzungen in Leichte Sprache, wahlweise auch in Einfache Sprache, wer wollte da nicht zugreifen; ein Schelm, wer Böses dabei denkt:

„Für Übersetzungen in Leichte Sprache können Sie Kosten von ungefähr 80,00 bis 135,00 Euro zzgl. MwSt. je Normseite1 veranschlagen.
Für Übersetzungen in Einfache Sprache umfassen die Kosten eine Spanne von etwa 35,00 bis 80,00 Euro zzgl. MwSt. je Normseite1.
Gerne verfassen wir auch Texte in Leichter oder Einfacher Sprache für Sie. Der Preis richtet sich nach Recherche- und Schreibaufwand, hinzu kommen Kosten für die Expertenprüfung sowie die Formatierung.
Kontaktieren Sie uns für Ihre unverbindliche Anfrage.
1Normseite: Eine Normseite hat 30 Zeilen mit je 60 Anschlägen. Vereinfacht geht man von 1500 Anschlägen je Normseite aus, da in einem üblichen Text nicht jede Zeile voll beschrieben ist.“

Na, Interesse geweckt??

Von kirsti

@ ZORRO

Schließe mich Andreas Oechsner an.
„Leichte Sprache macht nicht dumm, das stimmt. Aber auch nicht schlauer. Dafür aber manche reicher!"

Es gibt keinen Unterschied zwischen „leichter“ und „schwerer“ Sprache: Denn jedermann weiß:
„So muss Technik“ oder „Ich kann Smartphone“!

Möge das BMAS sich lieber um eine wortgetreue Übersetzung der UN-BRK bemühen oder die österreichische Version übernehmen statt Geld für die „Übersetzung“ ihres Machwerks des Bundesteilhabegesetzes in „leichte Sprache“ reinzupumpen. Glaubwürdig ist die „leichte Sprache“ nicht. Manch einer aus der Zielgruppe der Werkstattbeschäftigten kommt sich sicher veralbert vor. Aber der Politiker lenkt, ob heute oder vor Tausend Jahren.

Von ZORRO

von @Andreas
"Leichte Sprache wird in der Regel dafür benutzt, um sich gut abgrenzen zu können."

Das dient natürlich dazu, sprachliche Barrieren abzubauen. Wenn ich mir da einzelne Kobinet-Beiträge anschaue, aber zuweilen auch Kommentare dazu, teils gespickt mit völlig unnötigen Fremdwörtern bzw. Fachchinesisch, hat das jedenfalls mit einfacher bzw. barrierefreier Sprache nichts zu tun.

Von Andreas Oechsner

Leichte Sprache macht nicht dumm, das stimmt. Aber auch nicht schlauer. Dafür aber manche reicher! Es sind nur wenige, für die die Leichte Sprache eine Bereicherung darstellt.

Leichte Sprache wird in der Regel dafür benutzt, um sich gut abgrenzen zu können. Dabei wird geschickt auf die UN-Behindertenrechtskonvention verwiesen.

Der Wille der Konvention war aber nicht, ein Mehrklassensystem der Informationszugänge zu schaffen, sondern das uneingeschränkte Recht auf Information und Bildung sicher zu stellen.

Und zwar für alle! Die derzeitige Entwicklung der leichten Sprache bewirkt jedoch genau das Gegenteil. Behinderte Menschen werden stigmatisiert und in Schubladen gesteckt und das dem Wunderwort der "Inklusion" verschönert.

Damit findet Begegnung auf Augenhöhe nicht statt und bekannte Machtstrukturen können im alter Manier gelebt werden, ohne das sie sichtbar werden.

Von Alex Gehrau

Auch in aktuellen Publikationen bedeutender Behindertenpädagogen wie Georg Feuser und Wolgang Jantzen u.a. wird die Leichte Sprache als verhunzend und verblödend dargestellt. Selbstverständlich liest es sich weitaus differenzierter als ich es jetzt hier in Kommentarform jemals schreiben könnte, doch die Quintessenz aus den Abschnitten, die sich in den aktuellen Büchern wie bspw. Feusers (Hg.) "Inklusion - ein leeres Versprechen?" (ISBN: 978-3-8379-2570-8) mit der Leichten Sprache als solche beschäftigen, lassen in der Regel kein gutes Haar (okay, ein paar Haare doch schon noch) an ihr! ... How comes?!

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