stark ! behindert in Sachsen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Bild aus -Sins Invalid-
Bild aus -Sins Invalid-
Bild: Antidiskriminierungsbüro Sachsen

Leipzig (kobinet) Medien mögen Geschichten über Menschen mit Behinderung, die „trotz“ ihrer Behinderung das Leben „meistern“: studieren, arbeiten gehen, sich verlieben, begehren, eine Familie gründen, Musik machen, Kunst schaffen. Dass alles das mit, nicht „trotz“, Behinderung möglich ist, darauf möchte die Film- und Diskussionsreihe „stark ! behindert“ des Antidiskriminierungsbüros Sachsen aufmerksam machen, die an regelmäßigen Terminen Ende August und Anfang September in Leipzig statt finden wird.

„Der Titel unserer Filmreihe“, so Antje Barten vom Antidiskriminierungsbüro Sachsen, „spielt auf die häufig eindimensionale Verwendung des Begriffes Behinderung an. Viele, die das Wort „behindert“ hören, denken zuerst an Diagnosen, Einschränkungen und andere negative Assoziationen. Selten wird der Begriff in einem positiven Zusammenhang genutzt. Deshalb ist es uns wichtig, mit der Filmreihe starke Persönlichkeiten in den Vordergrund zu rücken, die mit ihrer Behinderung unterschiedliche Lebenswege gehen und auf ihrem Recht auf Selbstbestimmung bestehen.“

So wird u. a. der Spielfilm „Be my Baby“ zu sehen sein, in dem eine energievolle 18-Jährige mit Trisomie 21 beschließt, eine Familie zu gründen. Im Dokumentarfilm „Louisa“ fordert die gehörlose Protagonistin ihre Umwelt heraus. Der vielfach preisgekrönte Knetanimationsfilm „Mary & Max oder: Schrumpfen Schafe, wenn es regnet?“ erzählt von der ungewöhnlichen Freundschaft zwischen der 8-jährigen Mary aus Australien und dem 44-jährigen Autisten Max aus New York. Und die Dokumentation „Sins Invalid“ stellt eine Gruppe von Künstlern und Künstlerinnen aus San Francisco vor, welche gegen die Tabuisierung von Behinderung und Begehren performt. Zu jedem Film lädt das Antidiskriminierungsbüro einen Gast ein, um über die Themen des Films ins Gespräch zu kommen. „Unsere Reihe wird also insgesamt von Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Referentinnen und Referenten leben, die als Expertinnen und Experten in eigener Sache sprechen und handeln“, freut sich Antje Barten.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich und die Filme werden kostenfrei zu sehen sein. „Das ist auch etwas, was diese Filmreihe vom Ansatz her vom üblichen Kinoprogramm heraushebt“, führt Barten weiter aus. „Wir legen großen Wert darauf, dass der Kinoabend selbst möglichst barrierefrei gestaltet wird. Die Filme werden für Menschen mit unterschiedlichen Zugängen erfahrbar sein.“ So würden zum Beispiel alle Gespräche nach den Filmen in Deutsche Gebärdensprache übersetzt werden. An einem Abend werde sogar ein kompletter Film – der Film „Be my Baby“ – gedolmetscht. Und für die Dokumentation „Sins Invalid“ könne eine Audiodeskription des Films für blinde Menschen über die Handy-App „Greta“ bereit gestellt werden.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.