Menschenrechtsbildung für Kindertagesstätten

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Deutsches Institut für Menschenrechte
Deutsches Institut für Menschenrechte
Bild: DIM

Berlin (kobinet) Menschenrechte müssen ein fester Bestandteil in den Strukturen und im Alltag von Kindertagesstätten und Kindergärten sein. Dies fordert das Deutsche Institut für Menschenrechte in seiner neuen Publikation "Bewusstsein wecken, Haltung stärken, Verantwortung übernehmen. Menschenrechtsbildung in der frühen Kindheit".

Für eine Kita bedeute das zum Beispiel, auf diskriminierende Äußerungen kompetent zu reagieren, sprachliche und kulturelle Vielfalt wertzuschätzen, Kinder an der Tagesgestaltung zu beteiligen und dem Personal ausreichend Zeit für Reflexionsprozesse und entsprechende Fortbildungen zur Verfügung zu stellen. "Der Alltag in einer Kita bietet viele Möglichkeiten, an Menschenrechte anzuknüpfen", erklärt Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung des Deutschen Instituts für Menschenrechte. In der Praxis spielten Menschenrechte und Menschenrechtsbildung heutzutage aber nahezu keine Rolle, bedauert die Mitautorin der Studie. Für die meisten Kindertageseinrichtungen bedeute die Etablierung von Menschenrechtsbildung deshalb einen Prozess der Neuorientierung. Um sie dahingehend zu unterstützen, fordert Reitz, Menschen- und Kinderrechtsbildung in Bildungsplänen und Landesgesetzen zur frühkindlichen Förderung zu verankern.

"Kinder sollten gerade in den Kitas und Kindergärten Menschenrechte als Teil ihres Alltags erfahren und leben können", erklärt Kathrin Günnewig, wissenschaftliche Mitarbeiterin und ebenfalls Mitautorin. Pädagogische Fachkräfte hätten hier eine große Verantwortung und müssten entsprechend für Menschenrechte sensibilisiert werden. "Menschenrechtsbildung sollte Teil der Aus- und Weiterbildung der pädagogischen Fachkräfte sein", so Günnewig. Die Qualität von Kitas und Kindergärten, so die Autorinnen, sollte zukünftig auch danach bemessen werden, inwieweit sie zur Verwirklichung der Menschenrechte beitragen. Davon könnten Kinder, Familienangehörige und die pädagogischen Fachkräfte nur profitieren.

Weitere Informationen:
Kathrin Günnewig, Sandra Reitz (2017): Bewusstsein wecken, Haltung stärken, Verantwortung übernehmen. Menschenrechtsbildung in der frühen Kindheit: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/index.php?id=6&tx_publications_products%5Bproduct%5D=779&tx_publications_products%5Baction%5D=show&tx_publications_products%5Bcontroller%5D=Product&cHash=64abb89ab760d611463840546e2b8a4e

 

Lesermeinungen zu “Menschenrechtsbildung für Kindertagesstätten” (1)

Von Dirk Hentschel

Mal aus dem Text zitiert:

"Unterschiedliche Bedürfnisse, gleiche Rechte

............ deren Bedürfnisse sich zwar unterscheiden und die über unterschiedliche (Lebens-)Erfahrungen, Handlungsmöglichkeiten und Fähigkeiten verfügen, die aber aus
einer menschenrechtlichen
Perspektive „gleich an Würde und Rechten“ sind."

Und wie sieht es bei Menschen mit Behinderungen aus? Ich meine die Menschen mit den sogenannten "geistigen Behinderungen"

Liebes Team vom deutschen Institut für Menschenrechte schreibt doch bitte dazu mal was!

Dirk Hentschel

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