Brenzbahn befördert keine Rollstuhlnutzer mehr

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Daumen runter
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Bild: kobinet/omp

Ulm (kobinet) Seit Samstag, den 29. Juli 2017, werden mit der Brenzbahn wieder keine RollstuhlnutzerInnen mehr befördert. Darauf hat die vom Zentrum selbstbestimmt Leben Stuttgart ausgebildete Lotsin Ulla Kenntner mit einer Presseinformation aufmerksam gemacht. Die DB Regio Ulm habe auf der Strecke zwischen Aalen und Ulm, wie zu Zeiten des "Großen Verkehrsvertrages", Oldtimer-Triebwagen der Baureihe 628 im Einsatz. Rollstuhlnutzer könnten in diese hochflurigen Fahrzeuge wegen der zahlreichen Stufen an den Eingängen nicht eingeladen werden.

Die in Baden-Württemberg eingesetzten VT 628er sind nie mit einer fahrzeuggebundenen Einstiegshilfe (handverlegbare Rampe) ausgerüstet worden. Wie aus gut informierten Kreisen zu erfahren war, setzt DB Regio Ulm/RAB die, eigens für die Brenzbahn beschafften, barrierearmen Talent-Triebwagen (VT 644) derzeit in der Region um Sigmaringen ein. Dort hätten sich nach Informationen von Ulla Kenntner Fahrgäste über die schwierige Fahrradverladung bei Oldtimer-Triebwagen beschwert. RollstuhlnutzerInnen, die ihre Fahrt mit der Brenzbahn rechtzeitig bei der Mobilitätsservicezentrale der DB angemeldet hatten, wurden nach Informationen von Ulla Kenntner vorab nicht über die neuen, exklusiven, Zustände informiert. Nach telefonischer Rücksprache bot DB Regio Ulm nun RollstuhlnutzerInnen an, sich selbst ein rollstuhltaugliches Taxi zu organisieren. Ein Taxischein läge am Ulmer Bahnhof bereit. Offenbar gelingt es dem DB-Service selbst nicht, zeitnah ein geeignetes Taxiunternehmen für einen barrierefreien Ersatzverkehr zu finden. Zu oft sind Taxirechnungen erst nach Monaten von der Bahn beglichen worden.

"Die Bahn verschleiert die miesen Bedingungen für Rollstuhlfahrer auf der Brenzbahn in ihren DB-Online-Reiseauskünften: Auf die sonst übliche Warnung, dass Fahrzeuge ohne behindertengerechte Einrichtung im Einsatz sind, wird verzichtet. Allerdings fehlen die Hinweise, dass das Fahrzeug mit einer Einstiegshilfe ausgestattet ist", berichtet Ulla Kenntner.