Bündnis 90 / Die Grüne fordern Erhöhung des Behindertenpauschbetrag

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Budget, Geldscheine
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Bild: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Anstatt ihre „außergewöhnlichen Belastungen“ per Einzelnachweis beim Finanzamt geltend zu machen, können Menschen mit Behinderungen den Behindertenpauschbetrag nutzen. Dieser wurde im Jahr 1975, also vor mehr als 40 Jahren der Entwicklung weder angepasst und noch entsprechend erhöht. Deshalb fordert Bündnis 90 / Die Grünen: Dieser Behindertenpauschbetrag muss endlich erhöht werden. 

Es ist nach Ansicht dieser Partei höchste Zeit und längst überfällig, den Behindertenpauschbetrag nach §33b des Einkommensteuergesetz anzuheben und an die gestiegenen Lebenshaltungskosten anzupassen. Denn die letzte Erhöhung ist 1975, vor mehr als 40 Jahren erfolgt. Die seit dem nicht vorgenommene Anpassung führt dazu, dass Durchschnittsverdiener und Durchhnittsverdienerinnen heute nur noch ein gutes Drittel von dem von der Steuer absetzen können, was 1975 möglich war. Das belegt die Antwort der Bundesregierung auf meine Schriftliche Frage. Dadurch verlieren die Pauschbeträge immer mehr ihre Funktion, behinderte Menschen von Bürokratie zu entlasten. Sie müssen immer mehr kleine und kleinste Beträge durch Belege nachweisen, die typischerweise einen großen Teil der Mehrkosten ausmachen, die durch eine Behinderung entstehen.

Andere Pauschbeträge wurden dagegen im Laufe der Zeit an die wirtschaftliche Entwicklung angepasst. Beispielsweise wurde der Arbeitnehmerpauschbetrag (Werbungskostenpauschale) von einst 564 D-Mark auf heute 1.000 Euro fast verdoppelt. Das muss, so die Presseinformation dieser Partei, nun endlich auch für den Behindertenpauschbetrag nachgeholt werden.

 

Lesermeinungen zu “Bündnis 90 / Die Grüne fordern Erhöhung des Behindertenpauschbetrag” (2)

Von Behindert_im_System

Was nutzen uns die Forderungen von Bündnis 90 die Grünen, wenn deren Aussagen, sollte es dazu kommen, am Ende nicht das Papier wert sind, wie bei der Verabschiedung des BTHG im Bundestag.

Liebe Politiker von Bündnis 90 die Grünen,

Ideen sind toll, aber die Standhaftigkeit zur Idee löst sich am Beispiel BTHG, sehr schnell in Luft auf, wie man zur Kenntnis nehmen musste.

Von Ellen

Richtig ! Das sage ich schon lange! Ich habe heute nach 28 Arbeitsjahren einen Pauschbetrag, den mein Vater schon geltend machen konnte, als ich als Kind noch auf seiner Steuerkarte stand. Das halte ich für eine Diskriminierung auf staatlicher Ebene. Danke.

Allerdings wäre es schön, wenn Bündnis90/Die Grünen richtig rechnen würden. Denn wenn der Arbeitnehmerpauschbetrag von einst 564 DM auf 1000 Euro gestiegen ist, dann ist das keine Verdoppelung sondern eine ver3,5-Fachung des ursprünglichen Betrages.

Zum Nachrechnen: 564 DM waren 2002 288 Euro. (564/1,95583) . 288 geht in 1000 aber 3,5 mal rein.

Um den Behinderten-Pauschbetrag halbwegs anzupassen müsste er also wenigstens verdreifacht werden !

Danke, ich freu mich drauf.

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