Einheitliches Lohnsystem in Werkstätten nötig

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Jürgen Linnemann
Jürgen Linnemann
Bild: Jürgen Linnemann

Gütersloh (kobinet) Jürgen Linnemann engagiert sich als Inklusionsbotschafter nicht nur für Inklusion im Sozialraum, sondern setzt sich auch für gerechte Löhne in Werkstätten ein. Nun hat er eine Stellungnahme zum Entgelt in den Werkstätten verfasst, in der er ein einheitliches und gerechtes Lohnsystem in Werkstätten für behinderte Menschen fordert.

Die Expertise der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema gerechtes Entgelt könne nur der Anfang sein. In vielen Gesprächen mit PolitikerInnen musste Jürgen Linnemann immer feststellen, wie wenig sie über das Thema Entgelt in den Werkstätten überhaupt wissen. Das müsse sich grundlegend ändern, denn bis heute gäbe es keinem offiziellen Leitfaden von der Politik. Auch hätten weder GeschäftsführerInnen von anerkannten Werkstätten, noch Werkstatträte es geschafft, ein gerechtes Lohnsystem zu entwickeln. Es fehle weiterhin ein einheitliches Konzept.

"Meiner Meinung nach muss es ein Forschungsauftrag zum Thema Entgelt geben. Wir haben in Nordrhein-Westfalen 105 Werkstätten und jede Werkstatt hat ihr eigenes Entgeltsystem. Das führt oftmals, auch bei der Politik, zu Verwirrungen, weil man sich mit diesem Thema in den letzten Jahren viel zu wenig beschäftigt hat. Es ist nicht gut, dass es bis heute nicht gelungen ist, einen Leitfaden zu erstellen. GeschäftsführerInnen, Werkstatträte und die Politik sollten sich darum bemühen, eine Mustervereinbarung zum Thema Entgelt in den Werkstätten zu erarbeiten. In dieser Vereinbarung sollte auf jeden Fall die Besitzstandswahrung von Menschen mit Behinderung, die in anerkannten Werkstätten beschäftigt sind, festgeschrieben werden", betont Jürgen Linnemann in seiner Stellungnahme zu diesem Thema.

Das Prinzip der Werkstatt habe sich bis heute noch nicht geändert. "Viele Menschen mit Behinderung, die in Werkstätten beschäftigt sind, haben einen großen Wunsch. Sie möchten von dem erarbeiten Entgelt auch leben können. Das habe ich aus vielen Gesprächen in der Vergangenheit mit Kolleginnen und Kollegen herausgehört. Deswegen ist es jetzt an der Zeit, eine bundesweite Untersuchung zum Thema Entgelt im Rahmen eines Forschungsauftrages zu fördern. Die SPD Bundestagsfraktion unterstützt diese Forderung ausdrücklich. Wir reden in Deutschland über 300.000 Menschen, die in den Behindertenwerkstätten beschäftigt sind. Sie alle haben das Recht auf gleiche Rahmenbedingungen und ein gerechtes Entgelt", erklärte Jürgen Linnemann.