Unter 3-Jährige mit Behinderungen gleichstellen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Hubert Hüppe MdB
Hubert Hüppe MdB
Bild: Alle Rechte Hubert Hüppe

Berlin (kobinet) Der CDU-Bundestagsabgeordnete Hubert Hüppe kritisiert die Ungleichbehandlung von Kindern mit Behinderung bei der Kinderbetreuung. Auf Hüppes Anfrage bei der Bundesregierung, ob der Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz ab dem vollendeten ersten Lebensjahr bis hin zur Einschulung uneingeschränkt auch für Kinder mit Behinderung gelte, antwortete das Bundesfamilienministerium zwar mit ja, schränkte jedoch ein, dass dabei nur der Regelbedarf abgedeckt sei, heißt es in einer Presseinformation von Hubert Hüppe. 

"Das ist doch mal wieder eine Farce. Zunächst wird von gleichem Rechtsanspruch für alle Kinder gesprochen, doch beim genaueren Hinsehen, werden die zusätzlichen Kosten für den behinderungsbedingten Mehrbedarf nicht übernommen“, ärgert sich Hubert Hüppe. Das habe zur Folge, dass unter dreijährige Kinder mit Behinderung zurzeit so gut wie keine Chance auf einen Betreuungsplatz sowohl in heilpädagogischen und inklusiven Betreuungseinrichtungen oder bei Tagesmüttern haben.

Für die über die Regelbetreuung hinausgehenden, behinderungsbedingten Mehrkosten bei der Unterbringung in einer inklusiven Einrichtung müssten die Eltern des betroffenen Kindes Eingliederungshilfe beantragen. Eine Hürde für viele Eltern und auch viele Einrichtungen, die nicht auf den Mehrkosten sitzen bleiben wollen. Durch die geteilten Zuständigkeiten, Kinder mit körperlicher oder sogenannter geistiger Behinderung fallen unter die Regelungen der Sozialhilfe, Kinder mit einer seelischen Behinderung dagegen unter die Kinder- und Jugendhilfe, werden inklusive Konzept zusätzlich erschwert. 

"Ich setze mich schon lange für die inklusive Lösung, also eine einheitliche Regelung für alle Kinder, egal ob und mit welcher Art der Behinderung, ein. Das würde endlich etwas Ordnung in den Zuständigkeitsdschungel bringen. Vor allem aber würde es den betroffenen Familien dabei helfen, schneller an dringend notwendige Unterstützungsmöglichkeiten für Kinder mit Behinderung zu gelangen. Es ist absurd, dass Kinder mit Behinderung schon in der Kita-Betreuung von Kindern ohne Behinderung getrennt werden“, so Hubert Hüppe.

In der ergänzenden Antwort des Bundessozialministeriums wird auf die Neuregelungen des im vergangen Jahr beschlossenen Bundesteilhabegesetzes verwiesen. Die Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller teilt mit, dass ab 2020 eine individuelle Unterstützung von Kindern mit Behinderung in Regeleinrichtungen möglich sei, berichtet Hubert Hüppe. "Möglich hört sich für mich auch nicht nach einem tatsächlichen Rechtsanspruch an. Ich werde mich in der nächsten Wahlperiode dafür einsetzen, dass Kindern mit Behinderung auch in Regeleinrichtungen umgehend einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz mit behinderungsbedingtem Mehrbedarfen haben. Alles andere ist diskriminierend und widerspricht der UN-Behindertenkonvention. Dieses Thema muss in den Koalitionsvertrag nach der Wahl aufgenommen werden“, fasst Hubert Hüppe zusammen.

Lesermeinungen zu “Unter 3-Jährige mit Behinderungen gleichstellen” (6)

Von kirsti

Sehr geehrter Herr Hüppe,

auch ich wünsche Ihnen alles Gute nach der Katarakt- Operation und bleiben Sie der Alte! Im Gegensatz zur Redaktion antworten Sie auf Fragen einfacher Leser.

Von Behindert_im_System

Sehr geehrter Herr Hüppe,

vielen Dank für die Aufklärung und persönlich wünsche ich Ihnen alles Gute.

Von Hubert Hüppe

Ja ich bin das wirklich. Ich habe vor einiger Zeit eine Katarakt- Operation (Grauer Star) gehabt. Zur Zeit brauche ich die Brille nur zum Lesen. Sonstbin ich der Alte.

Von kirsti

„In der ergänzenden Antwort des Bundessozialministeriums wird auf die Neuregelungen des im vergangen Jahr beschlossenen Bundesteilhabegesetzes verwiesen. Die Staatssekretärin Gabriele Lösekrug-Möller teilt mit, dass ab 2020 eine individuelle Unterstützung von Kindern mit Behinderung in Regeleinrichtungen möglich sei, berichtet Hubert Hüppe.“

Das BTHG scheint eine willkommene Rechtfertigung für Verschiebungen und Verschlechterungen in jeglicher Hinsicht zu sein. Ein Kind, das JETZT im Kita- Alter ist, benötigt diese im Jahr 2020 nicht mehr, sondern dann eine inklusive Schule… für deren Verschiebung ins nächste Jahrtausend sicher wieder das BTHG aus dem Hut gezaubert wird.

Man muss leider feststellen, dass das BTHG außer für Verschlechterungen zu Nichts nütze ist.

Von Behindert_im_System

Korrektur:

Mich hat die fehlende Brille irritiert, welche er sonst trägt.

Von Behindert_im_System

Frage an die Redaktion,

ist das auf dem Bild wirklich Hubert Hüppe, oder ist es ein versehen?

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.