Bayern fördert Arbeitsplätze in Werkstätten

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Budget, Geldscheine
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Bild: Irina Tischer

München (kobinet) Mit einem Geldbetrag von mehr als drei Millionen Euro fördert der Freistaat Bayern jetzt 166 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen in Oberfranken. Gegenwärtig gibt es in Bayern bereits rund 35.000 Arbeitsplätze in Werkstätten für Menschen mit Behinderung.

„Werkstätten ermöglichen Menschen mit Behinderung eine an ihren individuellen Stärken und Fähigkeiten orientierte berufliche Bildung und Beschäftigung. Der allgemeine Arbeitsmarkt bietet diese Chancen oft nicht“, erläutert Bayerns Sozialministerin Emilia Müller das Konzept der Werkstätten sowie das Anliegen dieser Förderung.

Jetzt kann ein Projekt in Oberfranken mit staatlicher Unterstützung realisiert werden: „Es freut mich sehr, dass wir die Lebenshilfe Werkstätten Forchheim gGmbH bei der Modernisierung und Umstrukturierung ihrer Werkstätte für Menschen mit Behinderungen in Forchheim mit bis zu 3.6 Millionen Euro unterstützen können“, so Müller zu den anstehenden Investitionen. Damit werden für die 166 Arbeitsplätze in der Werkstätte dringend notwendige Verbesserungen umgesetzt und zeitgemäße Arbeitsmöglichkeiten für die Beschäftigten geschaffen. Die Staatsregierung stellt für ganz Bayern in diesem Jahr 57 Millionen Euro für die Schaffung von inklusiven Wohnungen, Werkstätten und Förderstätten für Menschen mit Behinderungen zur Verfügung.

 

Lesermeinungen zu “Bayern fördert Arbeitsplätze in Werkstätten” (2)

Von Behindert_im_System

Sehr geehrter Herr Heineker,

selbst wenn weitere derartige Informationen kommen wird es sehr lange dauern, bis viele begriffen haben dass es kein Gesetz zur Teilhabe für behinderte Menschen ist, sondern ein Stärkungsgesetz bestehender Systeme und Ideen, mehr nicht.

Von Uwe Heineker

So nicht!

Zur Erinnerung:

2015 hat der UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-BRK Ausschuss) die Umsetzung der UN-BRK in Deutschland geprüft und das Werkstattsystem in seiner heutigen Form gerügt. Seine Sorge gilt der allgemeinen Segregation auf dem deutschen Arbeitsmarkt, fehlleitenden finanziellen Anreizen und dem Umstand, "dass segregierte Werkstätten für behinderte Menschen weder auf den Übergang zum allgemeinen Arbeitsmarkt vorbereiten noch diesen Übergang fördern."(9) Werkstätten sind seiner Ansicht nach nicht Teil eines inklusiven Arbeitsmarktes, sondern können nur eine Brückenfunktion auf dem Weg dorthin haben. Deshalb fordert der UN-BRK-Ausschuss die Bundesregierung auf, einen inklusiven Arbeitsmarkt zu schaffen, der im Einklang mit den Menschenrechten steht. Inklusiv im Sinne der UN-BRK ist der Arbeitsmarkt dann, wenn Sonderstrukturen wie die Werkstätten überflüssig geworden sind. Der Fokus soll dabei auf der Schaffung von zugänglichen Arbeitsplätzen bei öffentlichen und privaten Arbeitgebern im allgemeinen Arbeitsmarkt liegen. Außerdem empfiehlt der Ausschuss, die Werkstätten schrittweise abzuschaffen - durch Ausstiegsstrategien und konkrete Zeitpläne sowie durch wirksame Anreize für die Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Gemeint ist eine konsequente Prioritätenverschiebung – und damit auch eine Verschiebung der Mittelflüsse – zugunsten der Förderung inklusiver Beschäftigungsmodelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt, ohne dass dies zulasten der Betroffenen und ihrer Sozial- und Alterssicherung gehen darf. Der Ausschuss weist daher darauf hin, dass die Sozialversicherungs- und Rentenansprüche der Beschäftigten mit Behinderungen, die gegenwärtig an die Werkstätten gebunden sind, nicht gekürzt werden dürfen.

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