VdK gegen schlechtere Bedingungen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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Bild: VdK

Mainz (kobinet) Nach Einschätzung des VdK Rheinland-Pfalz bedroht das Bundesteilhabegesetz das erfolgreiche Inklusionsmodell in Rheinland-Pfalz. „Wir wollen keinen Rückschritt bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt in Rheinland-Pfalz! Deshalb sammeln der VdK im Verbund des „Netzwerk Gleichstellung und Selbstbestimmung in Rheinland-Pfalz“ Unterschriften, damit die Landesregierung die bisherigen Finanzierungsbedingungen beim ,Budget für Arbeit` beibehält und nicht das schlechtere Bundesmodell übernimmt“, sagt der Vorsitzende des Sozialverbands VdK Rheinland-Pfalz Willi Jäger.

Das rheinland-pfälzische „Budget für Arbeit“ ist seit Jahren ein Erfolgsmodell, deshalb soll es im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes bundesweit übernommen werden – allerdings zu schlechteren finanziellen Bedingungen. „Dies würde die Chancen für Menschen mit Behinderung am ersten Arbeitsmarkt wieder deutlich verschlechtern“, warnt Jäger. Denn in Rheinland-Pfalz wurden bisher die Lohnkosten des Arbeitgebers mit bis zu 70 Prozent des Arbeitgeber-Bruttos vom Land bezuschusst. Beim Bundesmodell werden nur bis zu 75 Prozent des Arbeitnehmer-Bruttos als Lohnkostenzuschuss übernommen. Somit wird der Arbeitgeberanteil zu Sozial- und anderen Pflichtversicherungen aus der Bezuschussung rausgerechnet.

„Das bedeutet, wenn ein Arbeitgeber einen Menschen mit Behinderung zu einem Arbeitgeber-Brutto von 1320 Euro einstellt, dann würden für ihn künftig rund 100 Euro des Zuschusses wegfallen“, rechnet Jäger die Nachteil der Bundesregelung vor. „Die höheren Lohnkosten verringern natürlich den Anreiz für Arbeitgeber, Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben.“

Das „Netzwerk Gleichstellung und Selbstbestimmung in Rheinland-Pfalz“ – in dem auch der VdK Mitglied ist – sammelt bis 31. Oktober Unterschriften, damit die rheinland-pfälzischen Rahmen- und Finanzierungsbedingungen beibehalten werden. Diese Informationen sowie die Liste der Unterschriften stehen auf diese Internetseite zur Verfügung.

Lesermeinungen zu “VdK gegen schlechtere Bedingungen” (3)

Von Behindert_im_System

Nach Einschätzung des VdK Rheinland-Pfalz bedroht das Bundesteilhabegesetz das erfolgreiche Inklusionsmodell in Rheinland-Pfalz.
Zitat:
„Denn in Rheinland-Pfalz wurden bisher die Lohnkosten des Arbeitgebers mit bis zu 70 Prozent des Arbeitgeber-Bruttos vom Land bezuschusst.“
„Beim Bundesmodell werden nur bis zu 75 Prozent des Arbeitnehmer-Bruttos als Lohnkostenzuschuss übernommen. Somit wird der Arbeitgeberanteil zu Sozial- und anderen Pflichtversicherungen aus der Bezuschussung rausgerechnet.“
„Das bedeutet, wenn ein Arbeitgeber einen Menschen mit Behinderung zu einem Arbeitgeber-Brutto von 1320 Euro einstellt, dann würden für ihn künftig rund 100 Euro des Zuschusses wegfallen“, rechnet Jäger die Nachteil der Bundesregelung vor.“
„Die höheren Lohnkosten verringern natürlich den Anreiz für Arbeitgeber, Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben.“
Sehr geehrter Herr Jäger,
wenn der Zuschuss für Arbeitgeber nach ihrer Ansicht sich um 100,00 € verringert und dadurch die Chancen für den behinderten Menschen wegen des geringeren Anreizes für den Arbeitgeber und einer höheren Belastung bei den Lohnkosten sich zum Nachteil für den behinderten Menschen auswirkt, dann frage ich mich ernsthaft, um was geht es eigentlich in dem von Ihnen so hervorgehobenen Inklusionsmodell? Ist der behinderte Mensch nur in dem Moment wichtig, da er dem Arbeitgeber als billige Arbeitskraft zur Verfügung steht, oder ist in ihrer Sichtweise auch der Gedanke mit vertreten, Qualifikation und Einsatz, wenn in Unternehmen gebraucht, haben ihren Preis? Wenn Arbeitsplätze heute für behinderte Menschen nur mit den von Ihnen erwähnten Zahlen und Subventionen sich ermöglichen lassen, dann ist es doch der Offenbarungseid einer gescheiterten Politik. Macht Sie ein solches Modell oder Projekt auch noch stolz?
Für mich ist es ein Armutszeugnis dieser Gesellschaft, mehr nicht.

Von ZORRO

"Das rheinland-pfälzische 'Budget für Arbeit' ist seit Jahren ein Erfolgsmodell, deshalb soll es im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes bundesweit übernommen werden - allerdings zu schlechteren finanziellen Bedingungen."

Model ja, Erfolg eher nein: Während es z.B. in Hamburg deutlich über 1 Prozent Übergänge aus WfbM auf den ersten Arbeitsmarkt - Jahr für Jahr - gab, sollen es in RLP gerade mal ¼ Prozent pro Jahr gewesen sein, jeweils bezogen auf die Zahl der Werkstattplätze. Gut daher, dass sich das BTHG beim Budget für Arbeit am Hamburger Erfolgsmodell statt an Rheinland-Pfalz orientierte.
www.tinyurl.com/WfbM-RLP-BfA

Von kirsti


„Das rheinland-pfälzische „Budget für Arbeit“ ist seit Jahren ein Erfolgsmodell, deshalb soll es im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes bundesweit übernommen werden.“

Das Land Rheinland- Pfalz ist doch mal wieder in allen Belangen Vorreiter:

Da muss doch jeder nach Rheinland- Pfalz ziehen wollen, ein wahres Schlaraffenland!

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