Verbandstag des Deutschen Rollstuhlsport-Verbandes bestätigt Vorstand

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Auf dem Verbandstag des Deutschen Rollstuhlsport-Verbandes
Auf dem Verbandstag des Deutschen Rollstuhlsport-Verbandes
Bild: © DRS/Malte Wittmershaus

Bonn (kobinet) Am vergangenen Sonntag fanden sich die Delegierten der Mitgliedsvereine des Deutschen Rollstuhlsport-Verbandes (DSR) im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn zusammen, um diverse Gremien und Ämter, allen voran den DRS-Vorstand für die nächste vier Jahre zu wählen. Zahlreiche Ehrengäste aus Sport und Politik unterstrichen mit ihrem Besuch des Verbandstages die langjährige Bedeutung des DRS, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert. 

Dr. Klaus Kinkel, Außenminister a.D. und langjähriger DRS-Ehrenpräsident, betonte in seinem Redebeitrag die Faszination, die vom Behindertensport ausgeht und erinnerte sich an harte Verhandlungen mit politischen Entscheidern sowie Kostenträgern, als das Wort „Inklusion“ noch gar nicht existierte. Nicht zuletzt durch die unermüdliche Arbeit des DRS sei der Behindertensport weiter in die Mitte der Gesellschaft gerückt.

Auch die ehemalige Rekord-Nationalspielerin im Rollstuhlbasketball Annika Zyen, die nach ihrer beispielhaften Basketballkarriere inzwischen als Rennrollstuhl-Athletin im Spitzensport aktiv ist, brachte ihre enge Verbundenheit mit dem DRS zum Ausdruck: „In der Kinder- und Jugendabteilung des DRS (die Rollikids) kam ich nach meinem Reitunfall das erste Mal überhaupt mit dem Rollstuhlsport in Berührung. Wenige Jahre später war ich bereits Teil der RBB-Nationalmannschaft der Damen und habe mit diesem Team Orte auf der ganzen Welt bereist, beeindruckende Menschen kennengelernt und außergewöhnliche Erfahrungen gesammelt, die mein Leben für immer prägen werden. Als Fahnenträgerin die deutsche Mannschaft bei den Paralympics 2016 in Rio anführen zu dürfen, war hierbei sicherlich eines der größten Highlights eines jeden Sportlers."

In der Talkrunde unterstrich der Präsident des Deutschen Behindertensportbundes (DBS) Friedhelm Julius Beucher die dringende Notwendigkeit der Öffentlichkeitsarbeit im Behindertensport und bedauerte in diesem Kontext sehr die Nicht-Übertragung der Para-Leichtathletik-WM 2017 in London der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten, obwohl eine Berichterstattung im Vorfeld angekündigt wurde. Der Behindertensport müsse sich trotz wachsenden öffentlichen Interesses weiterhin zu großen Teilen selbst um seine Aufmerksamkeit kümmern.

Ulf Mehrens bedankte sich nach den Gremienwahlen für das in ihn und seine Vorstandskollegen geschenkte Vertrauen und verdeutlichte, dass der Verband trotz vieler Erfolge weiterhin vor großen Herausforderungen stehe: „Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht, aber eines unserer Hauptziele bleibt, dass jeder Rollstuhlsport-Interessierte im Umkreis von 50 Kilometern das passende Angebot findet. Fernab von Ballungsgebieten sind wir immer noch weit entfernt von einem flächendeckenden Breitensport-Angebot für alle Menschen mit Behinderungen,“ bilanzierte Mehrens seine Vorstandsarbeit seit 1995.

Im Rahmen der 40-Jahr-Feierlichkeiten wurden darüber hinaus bereits am Vorabend Personen geehrt, die sich in besonderer Weise um den Rollstuhlsport verdient gemacht haben oder durch herausragende sportliche Leistungen in Erscheinung getreten sind: Dr. Gertrude Krombholz wurde für ihre Aufbauarbeit rund um die Sportart „Rollstuhltanz“ ausgezeichnet, Manfred Ewig erhielt eine Würdigung als „Hüter des umfangreichsten Archivs im Rollstuhlsport“. Albrecht Hung, der bereits in den 80er-Jahren 800 km von Hamburg bis München mit dem Rollstuhl zurücklegte und damit auf großes mediales Interesse stieß, wurde für seine Pionierarbeit in der Außendarstellung des Rollstuhlsports geehrt. Mit Ehrenpreisen bedacht wurden auch langjährige Mitarbeiter des DRS, die in ihren Abteilungen viele Jahre erfolgreiche Aufbauarbeit geleistet haben, wurden mit Ehrenpreisen bedacht. Das berifft Dr. Horst Strohkendl (DRS-Lehrwart & „Chef-Ausbilder“) Eugen Hoch, der ehemalige Leiter des paralympischen Boccia, Ira Ziegler, die seit 2007 die Leitung des Rollstuhlfechten übernommen hat sowie Gregor Pleßmann, der bereits seit 1996 das DRS-Verbandsmagazin „Sport & Mobilität mit Rollstuhl“ gestaltet und veröffentlicht. Mit dem „Sportler-Ehrenpreis 2017“ wurde die Rollstuhlbasketballerin Gesche Schünemann ausgezeichnet, die in diesem Jahr nach zehn erfolgreichen Jahren als Nationalspielerin und mehrfache Goldmedaillengewinnerin (u.a. Paralympics London 2012) ihre Profikarriere beendete.

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