Erfahrene mit Suizidversuchen einbeziehen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: kobinet/ht

München (kobinet) Am Samstag, den 9. September, fand die Mitgliederversammlung des Bayerischen Landesverbands Psychiatrie-Erfahrener (BayPE) in München statt. Gerd Boge wurde als neuer Vorstand vorgestellt. Vor dem Welttag der Suizidprävention (10. September) wurde auch dieses Thema in der Versammlung aufgegriffen. Es sei wichtig, dass hierbei Betroffene gehört werden, Menschen also, die Suizidalität erfahren und überlebt haben.

"Die Antworten des psychiatrischen Systems auf Suizidalität sind oft unzureichend. Die gefährdete Person durch Begegnung und Gespräch zu begleiten, ist wichtiger und hilfreicher, als sie einzusperren. Risiken von Psychopharmaka müssen thematisiert werden, die Ärzte sollen darüber vor Verschreibung aufklären", heißt es in der Presseinformation des Bayerischen Landesverbands Psychiatrie-Erfahrener.

Lesermeinungen zu “Erfahrene mit Suizidversuchen einbeziehen” (4)

Von kirsti

Noch ein Nachtrag für „Rosa“ und alle, die es angeht

Verstehe Ihre Angst und Befürchtungen vor Psychiatrien und Psychiater sehr gut. Noch immer sind es vor allem die Mütter, die „schuldig“ an psychischen Behinderungen ihrer Kinder gesprochen werden. Psychiater*innen meinen sehr oft immer noch, sie seien die „besseren Eltern“.-

Dies hat Professor Klaus Dörner in seiner Zusammenstellung von Erfahrungen von betroffenen Eltern im Buch „Freispruch der Familie“ sehr gut dargestellt.-

Aber nach einem Suizid werden die Angehörigen, vor allem die Mütter neben ihrer Trauer, die länger anhält als bei einem „normalen“ Tod, noch immer verachtet, beobachtet und „schuldig gesprochen“ Ich weiß von Fällen, in denen man ehemals alte Bekannte nicht mehr kennt und die Straßenseite wechselt, sooft man ihnen, den Schuldigen begegnet.

Angehörige werden verurteilt, die Suizidenten werden vergessen.

Von kirsti

Liebe Rosa,

aus eigener Betroffenheit weiß ich, dass die Angehörigen, die einen Menschen durch Suizid – Selbsttötung wird bei AGUS e.V. (= Angehörige um Suizid) wegen der strafrechtlichen Komponente, die dieser Begriff beinhaltet, bewusst vermieden -, Leidvolles erfahren. Habe meinen Sohn von einem Tag auf den anderen durch Suizid verloren. Soweit wollte ich mich eigentlich nicht offenbaren. Aber möglicherweise wissen dies sowieso bereits einige in diesem Forum.

Das Feld der Psychiatrie ist ein weites und will hier niemandem wehtun. Liebe Grüße

Von Rosa

@kristi

Den durchweg meisten in diesem Forum von Ihnen geäusserten Meinungen und Äusserungen kann ich aus eigener leidvoller Erfahrung nur zustimmen.

Bei diesem Thema (das psychiatrische System) aber frage ich mich, ob Sie oder Ihr Angehöriger dieses aus eigener persönlicher Erfahrung kennen?

Ich kenne es - und es ist menschenverachtend soweit es meine Erfahrungen betrifft.

Und nein, die Angehörigen, die einen Menschen durch Selbsttötung verlieren, sind nicht vergessen.

Aber das ist ein anderes Thema als das der Psychiatrie-Erfahrenen nach einem Suizidversuch.

"Das einfache Weltbild der "Psychaitrie-Erfahrenen". Was ist das?

Von kirsti

Da gibt’s einen Verein mit Namen Agus e.V. =Angehörige nach Suizid, die haben Erfahrungen mit Angehörigen, die einen Suizid NICHT überlebt haben.
Die gibt’s auch. Und die werden vergessen. Weil sie nicht mehr leben.

Obwohl sie weder eingesperrt noch unter Psychopharmaka- Therapie standen. – Das einfache Weltbild der „Psychiatrie-Erfahrenenen“ stimmt nicht immer.

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