Forderung nach barrierefreien Wohnungen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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Bild: kobinet/ht

Düsseldorf (kobinet) In Nordrhein-Westfalen haben die rund 350.000 Rollstuhlfahrer bereits jetzt erhebliche Schwierigkeiten, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Wohnraum zu finden. Perspektivisch werden hierzulande sogar mindestens 500.000 barrierefreie Wohnungen fehlen. Damit Ältere und Menschen mit Behinderung in unserem Bundesland selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben können, habe sich mehrere Sozialverbände in Nordrhein-Westfalen gegenüber der Vorgängerregierung nachhaltig für Verbesserungen beim barrierefreien Bauen stark gemacht und rufen dazu auf, durch die Teilnahme an einer Demonstration am 13. September vor dem Landtag in Düsseldorf die Forderung nach barrierefreien Wohnungen zu unterstützen.

Der VdK Nordrhein-Westfalen, der Sozialverband Deutschland in Nordrhein-Westfalen, der Landesverband Selbstbestimmt leben und die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe wenden sich dabei entschieden gegen Überlegungen, die im Dezember 2016 novellierte Landesbauordnung durch ein Moratorium aussetzen zu wollen. Es wird befürchtet, dass damit die Quote für rollstuhlgerechte Wohnungen in der Landesbauordnung gekippt werden soll. Eine Streichung dieser Quote würde alle Bemühungen um eine zukunftsfähige Politik für Inklusion und Barrierefreiheit konterkarieren und wäre ein Rückschritt für alle Menschen, die bereits Rückschritt für alle Menschen heute auf eine rollstuhlgerechte Wohnung angewiesen sind. Sollte die Quote für rollstuhlgerechte Wohnungen fallen, wären die Bekenntnisse des Koalitionsvertrags zu Barrierefreiheit und Inklusion nur noch leere Worthülsen.

Bereits jetzt leben zirka 350.000 Rollstuhlfahrer in Nordrhein-Westfalen die rollstuhlgerechte Wohnungen benötigen. Dem war bei der jüngsten Novelle der Landesbauordnung vom 15. Dezember 2016 Rechnung getragen worden, indem unter anderem geregelt worden war, dass in neu gebauten Gebäuden mit mehr als acht Wohnungen eine, bei mehr als 15 Wohnungen zwei Wohnungen uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar sein müssen. Außerdem sollten in Neubauten mit Aufzug alle Wohnungen barrierefrei ausgestaltet werden. Das Inkrafttreten dieser und anderer Neuregelungen war jedoch um ein Jahr auf Ende 2017 aufgeschoben worden, wodurch das jetzt beabsichtigte Moratorium ermöglicht wurde.

Deshalb fordern diese Verbände: Das Angebot für barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen muss angesichts der demografischen Entwicklung und der Verpflichtungen aus der UN-Behindertenrechtskonvention kontinuierlich ausgebaut werden. Die in der Landesbauordnung verankerte Rollstuhl-Quote für Neubauten wäre nur ein erster, aber wichtiger Schritt, um dem Mangel an barrierefreiem und rollstuhlgerechtem Wohnraum, der auch älteren und pflegebedürftigen Menschen nützt, in absehbaren Zeiträumen abzuhelfen. Gerade Menschen die auf eine rollstuhlgerechte Wohnung angewiesen sind haben heute nicht die Möglichkeit, frei auszuwählen, wo und mit wem sie wohnen wollen, weil es an geeigneten Wohnungen fehlt.
 

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