Wir brauchen rollstuhlgerechte Wohnungen

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Drei rote Ausrufezeichen
Drei rote Ausrufezeichen
Bild: ForseA e.V.

Düsseldorf (kobinet) "Wir brauchen rollstuhlgerechte Wohnungen", so fasst der Sozialverband Nordrhein-Westfalen SoVD NRW seine scharfe Kritik am Vorhaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung zusammen, die von der Vorgängerregierung auf den Weg gebrachte Novelle der Landesbauordnung auszusetzen. Am 13. September haben über 150 behinderte Menschen vor dem Landtag in Düsseldorf gegen dieses Vorhaben demonstriert.

Mit der von der rot-grünen Landesregierung verabschiedenen Novellierung des Baugesetzes hätte es ab Ende 2017 eine Quote für rollstuhlgerechte Wohnungen beim Neubau in NRW gegeben. Diese längst überfällige und dabei auch noch sehr moderate Quote wurde durch die Landesregierung nunmehr unnötig verzögert und droht nun durch einen von der CDU und FDP initiierten Parlamentsbeschluss zu scheitern. "Wir fragen uns: Sieht so das klare Bekenntnis der Landesregierung zu Inklusion und Teilhabe aus?", heißt es in der Presseinformation des SoVD NRW.

Eine Reihe von Verbänden und InteressenvertreterInnen haben am 13. September vor dem Landtag mit rund 150 Betroffenen gegen das Moratorium bei der Landesbauordnung protestiert. Denn die Quote wäre doch zumindest ein erster Schritt gewesen. "Angesichts des eklatanten Mangels an barrierefreiem Wohnraum halten wir es sogar für geboten, Neubauten grundsätzlich barrierefrei zu bauen. Jetzt noch nicht mal eine Quote einzuführen ist ein Schlag ins Gesicht von 350.000 Rollstuhlfahrern, die schon heute Schwierigkeiten haben, geeigneten Wohnraum zu finden", so der SoVD NRW.

Bei der jüngsten Novelle der Landesbauordnung vom 15.12.2016 war geregelt worden, dass in neu gebauten Gebäuden mit mehr als acht Wohnungen eine, bei mehr als 15 Wohnungen zwei Wohnungen uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar sein müssen. 

Link zur gemeinsamen Erklärung der Verbände

Link zum Video von der Protestaktion

 

 

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