10 Jahre allfabeta

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

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Bild: kobinet/ht

München (kobinet) Das bundesweit einzigartiges Projekt: "allfabeta Kontakt_Netz für allein erziehende Frauen mit Kindern mit Behinderung" besteht nun seit zehn Jahren und begeht das in einem Monat mit einem Festakt. „Allein erziehende Frauen kämpfen wie Löwinnen für ihr Kind mit Behinderung“, berichtet Igball Selimi, die Projektleiterin des Münchner Kontaktnetzes allfabeta.

Sie pflegen, bis sie fast nicht mehr können. Sie ringen um gerechten Unterhalt, bezahlbare Wohnungen, Teilzeit-Jobs, behindertengerechte Schulen und Kinderbetreuung. Durch die alleinige Verantwortung für das Kind sind die Mütter permanent angespannt und dauerbelastet: „Was passiert, wenn mir was passiert?“, ist die alles beherrschende Frage. Eine existenzsichernde Arbeit, soziale Kontakte oder einfach freie Zeit für sich, sind in dieser Situation meist unmöglich. Die Folge: Viele der Frauen gleiten in finanzielle Notlagen, Einsamkeit und Isolation.

Das Kontaktnetz allfabeta setzt genau hier an, bei Vernetzung, Empowerment, Hilfe zur Selbsthilfe und individueller Beratung. Es organisiert offene Treffs und Seminare, unterstützt mit Information und rechtlicher Aufklärung. „Wir gehen von den Stärken der Frauen aus“, erläutert die Geschäftsführerin Kira Wüsten das Konzept des Trägervereins siaf e.V. Vor allem der Austausch untereinander ist für die Frauen oft der erste Schritt aus dem gesellschaftlichen Abseits und dem Hamsterrad der Überlastung.

Die Rahmenbedingungen: Allein in München leben rund 600 minderjährige Kinder mit Behinderung bei ihrer allein erziehenden Mutter. Wobei die Betreuung und Pflege meist auch im Erwachsenenalter weiter geht. Für den Familienunterhalt sind nach Berechnungen der Bertelsmann Stiftung 37,6 Prozent der Alleinerziehenden auf Hartz IV angewiesen. Das Armutsrisiko ist seit 2005 um 6,6 Prozent gestiegen. Da Behinderung generell ein zusätzliches Armutsrisiko bedeutet, dürften die Zahlen für alleinerziehende Frauen mit Kind mit Behinderung bei mindestens 50 Prozent liegen.

Das Projekt allfabeta wurde in den zehn Jahren seines Bestehens bereits mehrfach ausgezeichnet, lobt Bürgermeisterin Christine Strobl im Grußwort: mit dem AZ-Stern, dem Gesundheitspreis des AOK Bundesverbandes und dem Siegel für „Good Practice“ durch den Kooperationsverbund „Gesundheitliche Chancengleichheit“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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