Weiter Kritik an Sicherheit für Blinde bei U-Bahn

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Logo des BBSB
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München (kobinet) Bereits im Juli 2017 hatte der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) gegenüber der Landeshauptstadt München Stellung zum Stand der seit 2013 geplanten Gleisraumüberwachung bei der Münchner U-Bahn Stellung genommen. Leider musste dieser Verband kürzlich feststellen, dass bisher lediglich ein Feldversuch mit verschiedenen Überwachungssystemen durchgeführt wurde, der kein zufriedenstellendes Ergebnis hinsichtlich der Zuverlässigkeit aller getesteten Systeme brachte.

Der BBSB begrüßt grundsätzlich, dass die Stadt München und die MVG weiterhin die Verbesserung der Sicherheit für blinde und sehbehinderte Menschen anstreben. Da jedoch der Einsatz von Überwachungssystemen einen Sturz eines blinden Menschen in das Gleisbett, trotz der hohen Kosten, nicht verhindern kann und der Feldversuch nur zu unzureichenden Ergebnissen führte, fordert der BBSB deshalb die Umsetzung von Bahnsteigtüren, die zu einer massiven Erhöhung der Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer (nicht nur für blinde und sehbehinderte Menschen) führt.

Diese Bahnsteigtüren müssten aus der Sicht des BBSB nicht einmal raumhoch sein. Es würde ein "halboffenes" System auf Brüstungs-/Geländerhöhe (zirka 1Meter über Fertigfußboden) mit Handlauf als Leitlinie, das nicht untergangen werden kann, ausreichen.

Den Mitgliedern des Verbandes ist bewusst, dass hierfür die Abstände der Ein-/Ausstiegstüren der Züge mit den Bahnsteigtüren korrelieren müssen. Dies stellt aber bei einer nach U-Bahn Linien getrennten, abschnittsweisen Realisierung keinen Hindernisgrund für eine zeitnahe Realisierung dar. Da die MVG jede U-Bahn Linie immer mit jeweils gleichartigen Zugtypen bedient, entstehen hierbei keine betrieblichen und/oder baulichen Probleme.

Zusammenfassend sieht der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenverbund im Sinne der Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer und zur Abwendung von akuter Gefahr für Leib und Leben dringenden Handlungsbedarf, zumal sich die Unfälle von Blinden Menschen auf U-Bahnsteigen in jüngster Zeit wieder häufen, und fordert eine zeitnahe Umsetzung. Bis jetzt sind viele dieser Unfälle glücklicherweise glimpflich ausgegangen.

Nur der Einsatz von Bahnsteigtüren kann die Gefahr eines Gleissturzes dauerhaft verhindern. Wie der BBSB bestätigt ist er gern bereit, die Stadt München auf diesem Weg mit fachlicher Beratung zu unterstützen.

 

Lesermeinungen zu “Weiter Kritik an Sicherheit für Blinde bei U-Bahn” (2)

Von Sven Drebes

Noch was: Eine Bahnsteig.Wand führt, wenn die Bahn nicht auf 20 cm genau hält, auch zu Engstellen und Verletzungsgefahren beim Aussteigen.

Von Sven Drebes

Bahnsteigtüren machen nur Sinn, wenn die Bahnen punktgenau halten. Meine Erfahrung ist aber, dass es durchaus Schwankungen von mehreren Metern gibt, wenn die U-Bahnen in Berlin, Hamburg, Köln/Bonn oder anderswo an Haltestellen halten. Dann führt die Tur gegen die U-Bahn-Wand oder wieder genau in den Zwischenraum zwischen zwei Waggons.

Gibt es das Problem des Ins-Gleisbett-Fallens in anderen Städten auch, oder was ist das Besondere in München?

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