Erwerbsarbeit von und für Menschen mit Behinderungen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Emoji Inklusion
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Bild: Aktion Mensch e.V.

Dresden (kobinet) Nach wie vor gibt es im Freistaat Sachsen erhebliche Defizite bei der Integration von Menschen mit Behinderungen in die Erwerbstätigkeit. Vom wirtschaftlichen Aufschwung und sinkenden Arbeitslosenzahlen profitieren die Menschen mit Behinderungen nur in einem geringen Maße. Andererseits werden mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) die Rechte der Menschen mit Behinderungen zur gleichwertigen Teilhabe am Arbeitsleben gestärkt. Zur Erörterung der Lage und möglicher Veränderungen hatte, wie das Selbsthilfenetzwerk Sachsen in der aktuellen Ausgabe ihres Newsletters berichtet, die Fraktion DIE LINKE im Sächsischen Landtag zu einem Fachtag zu dem Thema „Erwerbsarbeit von und für Menschen mit Behinderungen in Sachsen“.

Mehr als 50 Repräsentanten aus der Wirtschaft, der Politik, der Freien Wohlfahrtspflege, der Selbsthilfe- und Behindertenverbände sowie aus den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfBM) waren der Einladung gefolgt und erlebten einen interessanten Vortrags- und Diskussionsabend.

Für die LAG SH Sachsen nahm der Vorsitzende, Dr. Matthias Müller, an der Veranstaltung  teil. Nach der Begrüßung und Eröffnung des Fachgesprächs durch den Fraktionsvorsitzenden Rico Gebhardt folgte eine umfassende Darstellung bestehender Probleme von Roland Frickenhaus, Referent für Soziale Teilhabe der PARITÄT Sachsen. Zugleich stellte er mögliche Handlungsoptionen vor.

In einem zweiten Vortrag berichtete Uwe Drechler von der WfBM in Borna über die Rolle der Werkstätten bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und des Bundesteilhabegesetzes. Der letzte Vortrag, gehalten von Jürgen Scholz, Fachbereichsleiter des Integrationsamtes beim kommunalen Sozialverband Sachsen (KSV), beschäftigte sich mit den Möglichkeiten und geplanten Verbesserungen bei der Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben.

Die Moderation für das Gespräch hatte Horst Wehner, Vizepräsident des Sächsischen Landtages und Sprecher für Inklusion der Fraktion DIE LINKE übernommen. Ihm gelang es durch gezieltes Nachfragen eine rege Diskussion zu den jeweiligen Vorträgen anzuregen und die Vortragenden zu konkreten Schritten bezüglich der Erweiterung der Erwerbsarbeit für Menschen mit Behinderungen zu motivieren. Aber auch die Anfragen aus dem Publikum machten deutlich, wo zu hohe formale Hürden und  Bürokratie praktische Erfolge die Eingliederung von Menschen mit Behinderungen in die Erwerbstätigkeit verhindern beziehungsweise erschweren. Übereinstimmung herrschte letztlich in der Aussage: Wenn nicht in den Köpfen und Herzen der Verantwortlichen für die Prozesse, in der Wirtschaft und in den Ämtern und Behörden, Klarheit und der Wille zum Erfolg vorherrschen, wird es weiter ein mühseliger Kampf von Menschen mit Behinderungen und ihren Unterstützern bleiben.

Horst Wehner versprach, das Thema weiter konsequent zu verfolgen und es, unter anderem durch das parlamentarische Mittel einer „großen Anfrage“ voranzubringen. Im individuellen Meinungs- und Gedankenaustausch wurden die Gespräche zum Thema auch beim abschließenden Stehimbiss fortgesetzt.

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