Kopien und Abziehbilder gibt es schon genug

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Jennifer Sonntag
Jennifer Sonntag
Bild: Jennifer Sonntag

Leipzig (kobinet) Die Inklusionsbotschafterin Jennifer Sonntag legt großen Wert darauf, als Frau nicht auf die Behinderung reduziert zu werden. Anlässlich eines aktuellen Berichtes über ihre weiblichen Leidenschaften in "Barbara" macht sie allen Mut, Behinderung nicht als Makel zu betrachten und sich wertschätzend anzunehmen. Kopien und Abziehbilder gibt es nach Ansicht von Jennifer Sonntag nämlich schon genug.

Beitrag von Jennifer Sonntag

Ich wünsche mir sehr, dass wir Frauen mit Behinderung nicht ständig und in allen Lebenslagen auf unsere Einschränkungen reduziert werden. So war meine Begeisterung groß, als mich die "Barbara", das Zeitschriftenmagazin von Barbara Schöneberger, ganz "inklusiv" zu einem Gespräch über all jene weiblichen Leidenschaften einlud, die ich natürlich auch blind lebe und liebe: Mode, Stil, die persönliche Signatur darin, das innere Spiegelbild, unsere selbstbestimmte Ausstrahlung. Es versteht sich von selbst, dass dies nicht die einzigen Themen sind, die unser Schaffen ausmachen, aber ich kann das Unschöne stets gestärkter beim Kragen packen, wenn ich das Schöne genieße.

So entstand für die aktuelle Ausgabe (Heft 20, November 2017) der Artikel mit der wortspielerischen Überschrift: "Die springt ins Auge". Und das tu ich gern, auch ohne Augenlicht! Der Artikel ist in der Printausgabe verfügbar, eine barrierefreie Lesefassung kann aber bei Interesse gern direkt bei mir angefordert werden (JSonntag@blindverstehen.de). Auf diesem Wege möchte ich auch anderen Frauen, und Männern, mit Behinderung Mut machen, ihr Handicap nicht als Makel zu betrachten und sich wertschätzend anzunehmen, genauso, wie sie sind. Kopien und Abziehbilder gibt es schon genug, es ist so bereichernd, wenn wir unser persönliches Zeichen setzen, unser Markenzeichen, was uns einzigartig macht. Ich erfreue mich täglich an dieser inspirierenden Vielfalt an Menschen, deren Ausstrahlung ich spüren kann.

Jennifer Sonntag stellt übrigens auch regelmäßig ihre SonntagsFragen an interessante Persönlichkeiten im Fernsehen des MDR. Ende September sprach sie beispielsweise mit Luci van Org, die viele wertvolle Projekte umsetzt und wegen eines grauen Stars selbst einmal sehr stark sehbeinträchtigt war.

Link zu den SonntagsFragen an Luci von Org