Inklusion muss an 365 Tagen im Jahr stattfinden

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

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Bild: kobinet/ht

Berlin (kobinet) "Statt für einen Tag, muss Inklusion an 365 Tagen im Jahr stattfinden“, fordert die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) und kritisiert den heutigen Aktionstag "Schichtwechsel". Die ISL empfindet "Schichtwechsel" als reine Augenwischerei. Der Aktionstag wird von der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (LAG WfbM) und den Berliner Werkstatträten (BWR) veranstaltet. Hier tauschen für lediglich einen Tag Mitarbeitende aus Berliner Unternehmen mit Beschäftigten aus Werkstätten für behinderte Menschen ihren Arbeitsplatz.

Die ISL fordert alle Teilnehmenden an diesem Tag auf, das System der beruflichen Ausgrenzung zu hinterfragen. Gibt es eine gerechte Bezahlung? Wie werden Arbeitnehmerrechte realisiert? Ist dies Ihre Vorstellung von einer inklusiven Gesellschaft? Bekommen die Angestellten in einer Werkstatt berufliche Alternativen geboten?

Die Initiatoren dieses Aktionstages vermitteln damit den Eindruck der Inklusion und Wertschätzung gegenüber ihren Angestellten. "Dem ist aber nicht so! So schließen Werkstätten behinderte Menschen weitestgehend aus dem gesellschaftlichen Leben aus und bezahlen ihre Angestellten nicht gerecht", empört sich Dr. Sigrid Arnade, die ISL-Geschäftsführerin. "Anstatt die Mehrheit der behinderten Beschäftigten in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu bringen, verbringen viele der behinderten Menschen ein Berufsleben lang abgeschottet in der Werkstatt, werden finanziell vom Sozialsystem abhängig gemacht und können sich nichts für die Altersvorsorge ansparen. Damit wird diesen Menschen ein selbstbestimmtes Leben, wie es in der UN-Behindertenrechtskonvention vorgeschrieben wird, verwehrt." Deutschland wurde vom Kontrollgremium der UN dazu aufgefordert, Werkstätten für behinderte Menschen abzuschaffen.

Link zur Stellungnahme des Vorstands der Berliner Werkstatträte

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