Wahlkampfthema Inklusion

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Angela Merkel
Angela Merkel
Bild: Rolf Barthel

Hannover (kobinet) Kurz vor der Landtagswahl in Niedersachsen hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Debatte über den  gemeinsamen Unterricht junger Menschen mit und ohne Behinderungen eingeschaltet. "Inklusion darf nicht über alles gesetzt werden", zitierte die Hannoversche Allgemeine aus einem Interview, mit dem die CDU-Vorsitzende die kontroverse Diskussion befeuerte. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) meint dagegen, dass die Probleme beim gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung an Schulen in Niedersachsen bald gelöst sein werden. Inklusion werde immer leichter, so Weil heute gegenüber der Presse.

Niedersachsen stellt gerade 650 Inklusionsfachkräfte ein, darunter Sozialpädagogen, Logopäden und Ergotherapeuten. Weitere würden folgen. Niedersachsen hat die Ausbildungszahlen für Sonderpädagogen verdoppelt, beschreibt der Ministerpräsident die Inklusionsbemühungen der rot-grünen Regierung. Der ging die knappe Mehrheit im Landtag verloren, weil eine grüne Abgeordnete zu den Christdemokraten überlief.

Angela Merkel hat sich im Bundestagswahlkampf so gut wie gar nicht um die Belange behinderter Menschen gekümmert, bemerkten Kritiker. Nun warnte sie vor einer Überstürzung bei der Inklusion, um Weils Herausforderer Bernd Althusmann am 15. Oktober den Rücken zu stärken. Der CDU-Spitzenkandidat will ein Moratorium bei der Inklusion und die Förderschulen erhalten.

Lesermeinungen zu “Wahlkampfthema Inklusion” (5)

Von Behindert_im_System

Wo ist der Unterschied zum Standpunkt von Frau Merkel zu allen anderen Gönnern welche uns immer wieder mit ihrer Vorsorge überzeugen, bei der man sich ernsthaft auch fragen muss, glauben manche wirklich, wir wüssten nicht wie die Zeit läuft?

Scharfe Kritik an CDU und FDP/ Nachrichten vom 27.09.2017

Zitat:

„Zum Vorwurf der CDU, der SoVD mache sich zum Steigbügelhalter einer Partei, erklärte heute Landesgeschäftsführer Dirk Swinke: „Jetzt ist es aber wirklich genug. Der SoVD tut das, was er muss. Er setzt sich bedingungslos für die Inklusion und die vorbehaltlose Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung ein. Wir kämpfen für unsere Überzeugungen. Für nichts Anderes. Dass die CDU nun mit uns reden will, begrüßen wir sehr. Bislang waren unsere Bemühungen umsonst.“

Es ist immer wieder interessant zu lesen wie die Schuldverteilung am Dilemma von fast 11 Mio. Menschen mit Behinderung untereinander verteilt wird. Alle wollen nur das Beste, die einen den Erhalt bewährter Strukturen, die anderen Korrekturen angeblich nicht mit zu tragender Beschlüsse und zuletzt kommt außer viel Lärm um nichts dann wieder der Wunsch beider Seiten zum Tragen, man müsse an den Verhandlungstisch zurückkehren und dort weiter machen, wo man sich das erste Mal über den Tisch ziehen ließ, vielleicht lässt sich ja mit der heutigen Erkenntnis und Situation der alte Kaffee wieder aufwärmen?

Von TN

Laut HNA: "...Bundeskanzlerin Angela Merkel in die Debatte über den gemeinsamen Unterricht junger Menschen mit und ohne Behinderungen eingeschaltet. "Inklusion darf nicht über alles gesetzt werden"

Demnach darf und _soll_ es sogar legitim sein, regelmßig Rechtsbruch zu begehen. Was Frau AM fordert, ist, die Rückabwicklung des Behindertenrechts auf die Zeit vor 1945 (und die folgenden Jahre).

Frau AM möchte Behinderte ghettoisiert sehen, in Grüppchen 'ihresgleichen' und dem weiteren Sozialleistungsraub anheim gestellt wissen.

Die Quittung kam gestern zu den Wahlen in NRW. Mal sehen, wann AMs Stuhl kippelt (und kippt).

Von turbolocke

Frau Merkel interessiert sich nicht für die Belange von Behinderten man hat es im Wahlkampf gesehen. Sie tritt sogar die Menschenrechte von Behinderten mit Füssen. Frau Merkel ich wünsche Ihnen ein schlechtes Wahlergebniss. Leute wählt ja keine CDU. Man will uns nichts gutes wir sind dehnen egal.

Von Dirk Hentschel


Da war doch auch mal was mit "marktkonformer Demokratie"

Und jetzt, "Inklusion nur soweit wie der eigene geistige Horizont es zulässt" Eine Einstellung, die uns tagtäglich präsentiert wird - und das trotz Gesetzeskraft der UN BRK.

Politiker demokratischer Parteien müssen Vorbild sein! Sie sind es nicht!

Ich wünsche Ihnen weitere schallende Ohrfeigen in Form von Wahlergebnissen Frau Merkel!!

Aber auch das hilft wohl leider nichts ......

Dirk Hentschel

Von Uwe Heineker

Frau Merkel hat offensichtlich "vergessen", dass sie 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention unterschrieben hat - mit Gesetzeskraft in Deutschland!

So geht's: http://mittendrin-koeln.pageflow.io/kongress-2017#123320

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