Irmgard Badura für wirksame und regelmäßige Sehtests

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Irmgard Badura
Irmgard Badura
Bild: FOTOSTUDIO LAUER

München (kobinet) Im Rahmen des Welttages des Sehens wurde auf das weltweite Aktionsprogramm "VISION 2020 – das Recht auf Augenlicht" der Weltgesundheitsorganisation aufmerksam gemacht. Eine aktuelle Studie zeigt: Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung oder Mehrfachbehinderungen haben öfter unerkannte Sehschwierigkeiten als Menschen ohne Behinderung. "Wenn Menschen sich nicht adäquat äußern, bzw. nicht einschätzen können, ob ihre Sehstärke nun normal ist oder nicht, muss die regelmäßige und angepasste Überprüfung ihrer Sehkraft Standard werden", erklärte die Behindertenbeauftragte von Bayern, Irmgard Badura.

Werner Eisenbarth, Professor am Zentrum für angewandte Sehforschung an der Hochschule München, beschreibt in seiner letzten Veröffentlichung die Problematik: Unerkannte Sehschwierigkeiten bei Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung liegen unter anderem an der fehlenden Möglichkeit, sich zu äußern. Augenärzte und Optometristen haben auch oft Hemmungen, diese Menschen zu behandeln, da sie zum Teil nicht genug informiert sind, welche Testverfahren hierfür notwendig sind. In seiner Studie brauchten 32,6 Prozent der Probanden eine neue Brille und zusätzlich 9,4 Prozent mussten zum Augenarzt, da sie nicht regelmäßig untersucht wurden. "Ich unterstütze die Forderung von Professor Eisenbarth nach praktikablen Richtlinien für Augenärzte und Optometristen, um Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und Mehrfachbehinderungen zu behandeln“, betont Irmgard Badura.

Weltweit gibt es 285 Millionen sehbehinderte und 39 Millionen blinde Menschen. VISION 2020 ist eine Initiative, die vermeidbare Blindheit beseitigen will. Ihre Vision: Eine Welt, in der niemand unnötig erblindet, und alle, die unwiderruflich blind sind, ihr volles Potenzial erreichen können.