Gute Vernetzung beim Empowerment-Tag

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Bild vom Empowerment-Tag am 14.10.2017 in Kassel
Bild vom Empowerment-Tag am 14.10.2017 in Kassel
Bild: Susanne Göbel

Kassel (kobinet) Beim Empowerment-Tag, der gestern am 14. Oktober im Kasseler Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen stattfand, ging es vorrangig um die Vernetzung von Menschen mit ganz unterschiedlichen Behinderungen, die sich in verschiedenen Regionen Deutschlands für die Inklusion, Selbstvertretung und Selbstbestimmung behinderter Menschen stark machen. Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) hatte dazu mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) eingeladen.

Sie es die Inklusion auf den ersten Arbeitsmarkt, das Mitmischen behinderter Menschen in der Wissenschaft und Forschung, Schritte zu einem selbstbestimmten Wohnen mit Assistenz oder das Eintreten für barrierefreie und inklusive Bildung, die Themen, die gestern beim Empowerment-Tag in Kassel zur Sprache kamen, waren vielfältig. So auch die Aktivitäten der einzelnen TeilnehmerInnen, die zum Teil als InklusionsbotschafterInnen aktiv sind oder an Empowerment-Schulungen teilgenommen haben. Vor allem mischen sich viele vor Ort ein, damit dort die Weichen auf Inklusion statt wie bisher oft auf Aussonderung umgestellt werden. Das Leben mittendrin vor Ort wurde durch viele gute Beispiele untermauert, so auch das Engagement behinderter Menschen in den verschiedenen Parteien, durch das sie die Gesellschaft mit verändern wollen. Dass dabei auch in den eigenen Parteien noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, wurde in den Diskussionen auch klar.

Die Wichtigkeit der Öffentlichkeitsarbeit wurde zudem betont, denn wenn behinderte Menschen sich nicht selbst zu Wort melden, ihre Aktivitäten breiter bekannt machten, bleibe dies in einer Blase hängen, ohne dass es gesellschaftliche Veränderungen deutlich werden. Das Engagement für eine inklusive Freizeit, wie beispielsweise im Sport oder im kulturellen Bereich spielte ebenfalls eine wichtige Rolle bei den Beratungen. So ging es auch um ein selbstbewusstes und authentisches Auftreten und der Frage, ob Kleider Leute machen, wurde auch nachgegangen. Ein voller Tag mit viel zu wenig Zeit, daher wurde am Schluss auch auf das Sommercamp für ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen hingewiesen, dass vom 12. bis 17. August 2018 wieder in Duderstadt stattfindet. Susanne Göbel, Ines Spilker, Kerstin Wöbbekind und Ottmar Miles-Paul, die den Empowerment-Tag organisiert hatten, werden beim Sommercamp, wie viele andere wohl auch, auf jeden Fall wieder dabei sein.