Berufliche Weiterbildung sichert Teilhabe

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Unterzeichnung der Projektvereinbarung
Unterzeichnung der Projektvereinbarung
Bild: iBoB - inklusive berufliche Bildung ohne Barrieren

Marburg (kobinet) Ab 2018 bietet eine Internetplattform mit barrierefreien Weiterbildungsangeboten ein vielfältiges Beratungsangebot für sehbeeinträchtige Berufstätige und Weiterbildungsanbieter. Ursula Weber, Vorsitzende des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS e.V.) findet dabei klare Worte: „Bildungsförderung und Digitalisierung wurden im Vorfeld der Bundestagswahl parteipolitisch kaum thematisiert“, sagt die selbst blinde Mitarbeiterin eines Telekommunikationskonzerns. Und ergänzt: „Auch das Thema Inklusion findet nur am Rand Eingang in die politische Diskussion“. Das soll sich ändern.

Aus diesem Grund versammelten sich Kooperationspartner und Beirat des DVBS-Projekts iBoB – inklusive berufliche Bildung ohne Barrieren – zum gegenseitigen Austausch in Kassel. Schwerpunktthema war die gleichberechtigte Teilhabe an Weiterbildung für blinde und sehbehinderte Berufstätige und Erwerbsfähige. Konkret bedeutet das: Ab 2018 nehmen die iBoB-Verantwortlichen und ihre Projektpartner eine webbasierte Weiterbildungsplattform in Betrieb. Inhalt dessen werde passende barrierefreie Bildungsangebote für sehbeeinträchtigte Bildungsinteressierte sein. Schließlich macht der rasante Wandel durch die Digitalisierung der Arbeitswelt auch vor Menschen mit Handicap nicht Halt. Die iBoB-Weiterbildungsplattform will blinden und sehbehinderten Arbeitnehmern durch attraktive Angebote eine gleichberechtige Teilhabe an beruflicher Weiterbildung ermöglichen. Bereits ab Ende Oktober stehen barrierefreie Angebote auf der iBoB-Webseite.

Umrahmt wird das Angebot von einer umfassenden Weiterbildungsberatung für betroffene Ratsuchende inklusive Mentoring, also der Begleitung weniger erfahrener Berufseinsteiger durch erfahrenere berufstätige Mentoren. Ab 2018 kommt ein Angebot zur Kompetenzfeststellung und Karriereberatung dazu. Ebenso ein Anforderungsprofil zur Beschreibung barrierefreier Weiterbildungsangebote sowie ein Kriterienkatalog zur Überprüfung von Unterlagen auf Barrierefreiheit sowie ein entsprechendes Kursangebot für Dozenten von Weiterbildungsträgern.

Das iBoB-Team und seine Partner aus Berufsbildungs- und Berufsförderungswerken, Integrationsfachdiensten, Selbsthilfevereinigungen, Arbeitgeberverbänden, Vertretern der freien Wirtschaft und anderen Interessengruppen versprechen sich davon starke Impulse für die Sicherung von Teilhabechancen behinderter Menschen am Arbeitsmarkt. Am Ende sollen aber auch Arbeitgeber und Bildungsanbieter profitieren.

Das DVBS-Projekt iBoB wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) mit Mitteln aus dem Ausgleichsfonds gefördert. Voraussichtliches Projektende wird im Oktober 2019 sein. Das iBoB-Angebot ist während der gesamten Projektlaufzeit kostenfrei. Mehr darüber ist dann hier nachzulesen.

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