Projekt CASCO nimmt Fahrt auf

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Logo: CASCO vom Case zum Coach
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Bild: ISL

Erkner (kobinet) Derzeit findet im Bildungszentrum in Erkner bei Berlin die erste Qualifizierung von Menschen mit Behinderung zu Referent*innen für eine menschenrechtsbasierte Behindertenpolitik im Rahmen des vom Ausgleichsfonds geförderten Projektes "Vom Case zum Coach (CASCO)" statt. Laut Informationen der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), die das Projekt durchführt, gibt es auch bereits erste Buchungen von Referent*innen für Schulungen.

Ziel des Modellprojektes, das bis 2020 läuft, ist es, Menschen mit Behinderungen als Referent*innen für eine menschenrechtsbasierte Behindertenpolitik zu qualifizieren und den Aufbau eines Referent*innenpools für Fort- und Weiterbildungen zu erreichen. Diese Zielsetzung will die ISL e.V. mit einem circa sechsmonatigen, dreiteiligen Weiterbildungsprogramm realisieren. Am Mittwoch hat in Erkner die erste Präsenzschulung begonnen, die noch bis Freitagnachmittag geht. Das Angebot richtet sich an schwerbehinderte und gleichgestellte Personen, die bisher ehrenamtlich engagiert oder als Fachkräfte tätig sind und eine Qualifizierung zu Referent*innen anstreben oder behindert und bereits als Referent*innen tätig und in dieser Funktion an einer Vertiefung ihres vorhandenen Wissens interessiert sind.

"Eine wirkungsvolle Berücksichtigung der Belange behinderter Menschen kann nur dann erfolgen, wenn Expert*innen in eigener Sache auf dem jeweils erforderlichen fachlichen Niveau an Fort- und Weiterbildungen aktiv mitwirken. Die Rehabilitationsträger und Träger der Behindertenhilfe haben in Aktionsplänen und Leitbildern verankert, die Selbstbestimmung behinderter Menschen zu fördern, sie aktiv einzubeziehen und damit einen Beitrag zur Umsetzung der UN-Konvention zu leisten. Damit sie diese wichtigen Ziele erreichen können, braucht es mehr qualifizierte Expert*innen in eigener Sache als bisher zur Verfügung stehen. Mit einem fachlich anspruchsvollen Weiterbildungsangebot können Menschen mit Behinderungen angesprochen werden, die durch diese Zusatzqualifikation auch die eigenen Chancen auf berufliche Teilhabe stärken und festigen", heißt es in der Projektbeschreibung. Barbara Vieweg von der ISL freut sich deshalb, dass es bereits erste Buchungen für Referent*innen für Weiterbildungen gibt, so dass es in diesem Projekt sicherlich genug zu tun gibt und die Sichtweise behinderter Menschen hoffentlich an Gewicht gewinnt.

Link zu weiteren Informationen über das CASCO-Projekt