Empfehlungen für inklusiven Schulbau

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Wappen Mecklenburg-Vorpommern groß
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Bild: Public Domain

Schwerin (kobinet) Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern beginnt mit der Umsetzung des Sonderprogramms für den Schulbau. Die Mittel im Umfang von 110 Millionen Euro stehen für Schulsanierungen und für Umbauten an Schulgebäuden zur Umsetzung der Inklusion bereit. Bei einem Treffen im Bildungsministerium haben Landrätinnen und Landräte sowie die Oberbürgermeister der kreisfreien Städte Empfehlungen für den inklusiven Schulbau erhalten.

Die Bildungsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Birgit Hesse, hatte den Kriterienkatalog bei der Vorstellung des Sonderprogramms angekündigt. Er enthält Hinweise für Sanierungen, Umbauten und Neubauten von Schulgebäuden, in denen Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Beeinträchtigungen lernen. "Inklusion ist mehr als ein rollstuhlgerechtes Gebäude. Für Menschen mit Sehbehinderungen sind Orientierungshilfen sehr wichtig. Dazu gehören Treppen- und Stufenmarkierungen, Türbeschriftungen in großer Schrift oder Brailleschrift“, erläuterte Bildungsministerin Birgit Hesse bei dem Treffen. Inklusion ist für uns alle neu. Wir haben uns deshalb auf eine behutsame Umsetzung verständigt. Mit dem Kriterienkatalog wollen wir die Schulträger beim inklusionsgerechten Schulbau unterstützen. Die Empfehlungen sollen dazu beitragen, landesweit gleiche Bedingungen zu schaffen", betonte Hesse.

Der Kriterienkatalog beziehe sich auf Schulen mit spezifischer Kompetenz. Dabei handelt es sich laut Inklusionsstrategie des Landes um Schulen, an denen Schülerinnen und Schüler mit den Förderschwerpunkten Sehen, Hören, körperlich-motorische Entwicklung lernen. In der Landesbauordnung ist der gesetzlich notwendige Umfang des barrierefreien Bauens definiert. Barrierefreies Bauen ist bislang jedoch auf rollstuhlgerechtes Bauen ausgerichtet und werde Menschen mit anderen Beeinträchtigungen oftmals nicht gerecht. In einem nächsten Schritt müssen die Landkreise in Abstimmung mit den Kommunen dem Land rechtsverbindlich mitteilen, bei welchen Standorten es sich zukünftig um Schulen mit spezifischer Kompetenz handeln soll. Insgesamt soll es bis zu 28 Schulen mit spezifischer Kompetenz in Mecklenburg-Vorpommern geben. Die Abstimmungen mit den Beteiligten hierzu laufen bereits seit Januar 2017.

Neben dem Sonderprogramm für den Schulbau im Umfang von 110 Millionen Euro geht die Landesregierung davon aus, dass in der laufenden Wahlperiode weitere 165 Millionen Euro über bestehende Förderprogramme in moderne Schulgebäude investiert werden. Damit stehen insgesamt 275 Millionen Euro für Schulbauvorhaben bereit.

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Lesermeinungen zu “Empfehlungen für inklusiven Schulbau” (1)

Von Rudiratlos

Empfehlung für Inklusion in MV ist Lug und Trug!

Der damalige Bildungsminister Mathias Brodkorb und die vier „demokratischen Landtagsfraktionen“, von SPD, CDU, Linke und Bündnis 90/ Die Grünen, haben sich bereits im Mai 2012 auf einen „Schulfrieden für Inklusion in Mecklenburg-Vorpommern“ bis ins Jahr 2023 verständigt. Der Deal zielte darauf ab, beim Bildungssystem alles beim Alten zu lassen, indem nur so viele Kinder und Jugendliche wie möglich eine Regelschule besuchen und für die Ausgesonderten besondere Förderangebote in Wohnortnähe eingerichtet und erhalten werden.
So sollen jetzt die Schulen mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache oder emotionale und soziale Entwicklung als eigenständige Förderschulen nunmehr mit 100 Millionen € ertüchtigt werden. So hat das exkludierende Bildungswesen in MV auf längere Sicht weiter Bestand.
Da die UN-BRK offenbar nicht nur für die Bildungsministerin, Birgit Hesse, immer noch ein Buch mit sieben Siegeln ist, schlage ich vor, aus dem Sonderprogramm einiges Geld in die Hand zu nehmen und Hilfsschulen für Administrator/innen und Landespolitiker/innen in Mecklenburg-Vorpommern einzurichten, um nachzuhelfen, dass gelingende Exklusion nicht automatisch in die Inklusion führen wird!


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