Deutscher Gehörlosen-Bund feiert 90-jähriges Jubiläum

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Emoji Freundschaft
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Bild: Aktion Mensch e.V.

Bremen (kobinet) Im Borgfelder Landhaus in Bremen hatte der Deutsche Gehörlosenbund kürzlich sein 90-jähriges Jubiläum gefeiert. An der Veranstaltung nahmen insgesamt 180 Gäste teil und feierten gemeinsam mit den Mitgliedern des Deutschen Gehörlosen-Bundes dieses Jubiläum. Übereinstimmend wurde dabei festgestellt: Es war ein sehr schöner Abend und alles ist so abgelaufen, wie sich die Organisatoren das vorgestellt haben.

Die Moderatorin des Abends war Conny Khadivi, die alle Gäste zunächst begrüßte und das Programm eröffnete. Sie betonte die Besonderheit unserer Feier und machte auch darauf aufmerksam, wie sich die Lebensbedingungen der Gehörlosen im Laufe der letzten 90 Jahre verbessert haben und was der Deutsche Gehörlosen-Bund dazu alles beigetragen hat.

Nach einer kurzen Vorstellung der etwa 80 eingeladenen Gäste, begrüßte zunächst Präsident Helmut Vogel alle Gäste und brachte seine Freude über den vollen Saal zum Ausdruck. Ebenso herzlich begrüßte er den Schweizer Gehörlosenbund und den einzigen anwesenden Politiker an diesem Abend, Hubert Hüppe von der CDU, der von 2009 bis 2013 Bundesbehindertenbeauftragter war uns sich durch sein Engagement als besonderer Freund der Gehörlosengemeinschaft hervorgetan hat.

Helmut Vogel beschrieb anschließend, was 90 Jahre Deutscher Gehörlosen-Bund bedeuten und bezog sich dabei auf die drei Stichworte: Zusammenhalt, Engagement und Verantwortung. Diese Worte sind besonders wichtig für unsere Geschichte. Er bedankte sich für die nun 90 Jahre währende, ehrenamtliche Zusammenarbeit insbesondere von gehörlosen Menschen für die Interessen der Gehörlosengemeinschaft. Das zeigte auch der heutige elfminütige Film zur Geschichte des Deutschen Gehörlosen-Bundes, der vom Geschichtsbüro Helmut Vogel erstellt wurde. Allerdings enthält dieser weniger Bilder über die Gehörlosen in der früheren DDR. Vogel wünschte sich deshalb, dass zum 100-jährigen Jubiläum des Deutschen Gehörlosen-Bundes e.V., die Geschichte des geteilten Deutschlands komplett vereint wird, damit diese weitergetragen werden kann. Abschließend wies er auf drei Ehrungen mit der Karl-Wacker-Plakette, einer ganz wichtigen Auszeichnung des DGB für die überregionale Gehörlosenarbeit, hin und wünschte allen, dass sie den Abend genießen.

Während der Veranstaltung berichteten weitere Redner aus ihrem Leben als Gehörloser. So hob der Ehrenpräsident und Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten- Selbsthilfe und Fachverbände, Professor Ulrich Hase hervor, dass es seit 170 Jahren eine starke Gehörlosenbewegung gibt, ohne die er sich ein Leben gar nicht mehr vorstellen kann. Auf diesem Wege habe es auch, so erinnert Hase, Diskriminierung und Bevormundung gegeben. Ab den 1980-er Jahren habe dann endlich ein Paradigmenwechsel stattgefunden und es ha-be allmählich mehr Verständnis für die Wichtigkeit der Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache gegeben.

Dem schloss sich die Präsidentin des Schweizerischen Gehörlosen-Bundes Tatjana Binggeli an. Sie betonte die ereignisreiche Geschichte der vergangenen 90 Jahre und die besondere Zusammenarbeit und gute Partnerschaft des Schweizerischen und des Deutschen Gehörlosen-Bundes. Als besonderes Geschenk überreichte sie dem Präsidenten des Gehörlosenbundes einen Scheck im Wert von 700 Euro.

Weitere Grußworte, sowie auch aus Österreich, die Auszeichnungen mit der Karl-Wacker-Ehrenplakette und drei besondere Auftritte des Gebärdensprachkünstler Giuseppe Giuranna, die über den Abend verteilt waren, welcher den Anwesenden mit seinen ausdrucksstarken poetischen Bildern beeindruckte, die für Gehörlose mit Musik verglichen werden können. Das alles zusammen ließ die festliche Veranstaltung zu einem unvergesslichen Erlebnis werden.

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