Proteste sind weiter nötig

Veröffentlicht am von Ottmar Miles-Paul

Jürgen Linnemann
Jürgen Linnemann
Bild: Jürgen Linnemann

Gütersloh (kobinet) Jürgen Linnemann aus Hasewinkel-Greffen in Nordrhein-Westfalen im Kreis Gütersloh bekommt in letzter Zeit immer öfter zu hören, was denn in den letzten Jahren alles für behinderte Menschen getan wurde und dass Proteste, wie beispielsweise am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen da doch nicht mehr nötig seien. Der Gesamtwerkstattratsvorsitzende der wertkreis Gütersloh gGmbH und Inklusionsbotschafter sieht und erlebt dies ganz anders. Für ihn geht es nicht um Wohltätigkeit, die dann auch mal gut sein muss, sondern um Menschenrechte, die immer noch und wieder verletzt werden. Deshalb beharrt er auch darauf, dass Proteste und Protesttage nötig sind und beibehalten werden.

"Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung darf nicht in Frage gestellt und durch beliebige Aktionen ersetzt werden. Vor 25 Jahren wurde dieser von Selbstvertretungsorganisationen ins Leben gerufen, die eindeutig für die Gleichstellung behinderter Menschen kämpfen. Das ist auch heute noch wichtig, auch wenn sich gerade von Seiten der CDU immer wieder VertreterInnen zu Wort melden und meinen, dass durch Gesetzes wie das Bundesteilhabegesetz jetzt doch keine Proteste mehr nötig seien", betont Jürgen Linnemann. So wie der 1. Mai für die Gewerkschaften ein wichtiger Tag ist, um für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen, sei auch der Protesttag am 5. Mai ein wichtiger Tag, den sich behinderte Menschen nicht kleinreden oder verwässern lassen. Hier gehe es eindeutig um Menschenrechte und um diese auch für behinderte Menschen zu gewährleisten, gäbe es noch sehr viel zu tun.

Daher ist für Jürgen Linnemann klar, dass er in seiner Region auch nächstes Jahr dabei ist, wenn es darum geht, den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung behinderter Menschen mit Leben zu füllen. Man dürfe sich aber nicht nur auf solche Tage konzentrieren, der Kampf um Menschenrechte finde täglich statt, wenn man Ungerechtigkeiten sieht oder selbst erlebt.