Leitfaden für inklusive Führung soll entstehen

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Workshop der FAW zum Thema Integration von Menschen mit Behinderung in die Unternehmensführung.
Workshop der FAW zum Thema Integration von Menschen mit Behinderung in die Unternehmensführung.
Bild: Anna Mutter

Hamburg (kobinet) Wirtschaftsvertreter und Wissenschaftler arbeiten an einem Leitfaden für inklusive Führung. Das Unternehmens-Netzwerk INKLUSION hat Anfang November einen Workshop zum Thema Inklusive Führung veranstaltet. Dabei wurde das Ziel verfolgt, für Arbeitgeber und Führungskräfte einen Leitfaden zu entwickeln, mit dem die Beschäftigung von Menschen mit einer Behinderung im ersten Arbeitsmarkt, unterstützt und verbessert werden kann und soll.

„Bei uns mussten Führungskräfte für zwei Wochen ein Ehrenamt übernommen - das hat so viel geändert“, so die Erfahrung von Andrea Pohl, Geschäftsführerin der PHH Personaldienstleistung GmbH. Sie war eine der zwölf Expertinnen und Experten, die für den 1. November 2017 vom Projekt Unternehmens-Netzwerk INKLUSION nach Hamburg eingeladen worden waren, um erstmalig in Deutschland grundlegende Fragen inklusiver Führung für Unternehmen  und Betriebe zu diskutieren. Ort dieser ungewöhnlichen Veranstaltung waren die werkstattartigen Räume eines Hotels in der Hamburger Hafencity, die diesen eintägigen „think-tank“ zu intensiver Arbeit, Diskussion und Vernetzung inspirierten. 

Um ein möglichst vielfältiges Spektrum an Knowhow, Erfahrungen, Blickwinkeln und Sichtweisen zusammenzubringen, hatte Projektleiter Manfred Otto-Albrecht Personen aus unterschiedlichen Erfahrungsbereichen eingeladen: Geschäftsführer und Führungskräfte aus Unternehmen, inklusionsaffine und inklusionsfremde Fachleute, Betroffene mit unterschiedlichen handicaps, ein Schwerbehindertenvertreter, Businesstrainer und Wissenschaftler.

Sie formulierten zu Beginn des Workshops ihre persönliche Vision einer idealen inklusiven Führung, die im Laufe des Tages in einem intensiven Arbeits- und Diskussionsprozess Stück für Stück operationalisiert wurde: Hinderliche und förderliche Rahmenbedingen wurden identifiziert, Bedürfnisse und Erwartungen der betrieblichen Akteure berücksichtigt, Erkenntnisse zur emotionalen Intelligenz wurden einbezogen und Erfahrungen aus der eigenen Gefühlswelt wurden aufgegriffen.

Das Ergebnis: Eine Sammlung konkreter Handlungsempfehlungen für Unternehmen zur Führung von Mitarbeitern mit und ohne Behinderung. Diese finden jetzt Eingang in die weitere Arbeit des Projektes. Erstellt werden ein Beratungsleitfaden zur inklusiven Führung, eine Checkliste für Führungskräfte und eine umfassende Veröffentlichung mit der Dokumentation des Workshops.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer regten zum Abschluss des Tages die Fortführung des Diskussionsprozesses  an. Projektleiter Manfred Otto-Albrecht wird dafür erneut einen passenden Rahmen organisieren.

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