NRW schreibt Inklusionspreis 2018 aus

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Emoji Inklusion
Emoji Inklusion
Bild: Aktion Mensch e.V.

Düsseldorf (kobinet) Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat den Inklusionspreis Nordrhein-Westfalen 2018 ausgeschrieben. Sozialminister Karl-Josef Laumann erklärt zu dem mit insgesamt 27.000 Euro dotierten Preis des Landes: „Schwerpunktthema ist dieses Jahr ‚Arbeit und Qualifizierung, denn Arbeit ist ein entscheidender Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.“

Minister Laumann stellt dazu weiter fest: „Es gibt viele Projekte und Initiativen in unserem Land, die mit großem Engagement und guten Ideen einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen mit Behinderungen ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Mit dem Inklusionspreis wollen wir diese guten Beispiele auszeichnen, bekannt machen und Andere zur Nachahmung anregen.“

Zum Schwerpunktthema „Arbeit und Qualifizierung“ winken drei Preise: Der 1. Preis ist mit 5.000 Euro dotiert, der 2. mit 4.000 Euro und der 3. mit 3.000 Euro. Daneben gibt es mit jeweils 3.000 Euro dotierte Fachpreise in den Kategorien: Freizeit, Kultur und Sport; Schulische, außerschulische und frühkindliche Bildung; Partizipation und Barrieren abbauen – Zugänge schaffen.

Darüber hinaus hat die NRW-Stiftung einen ebenfalls mit 3.000 Euro dotierten Sonderpreis „Heimat ohne Hindernisse“ ausgeschrieben.

Minister Laumann sagt anlässlich der Bekanntgabe dieses Inklusionspreises: „Ich freue mich auf viele interessante und innovative Projekte, die zeigen, was in Nordrhein-Westfalen bereits alles auf die Beine gestellt wird, damit Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam aufwachsen, lernen, arbeiten, sich engagieren und ihre Freizeit verbringen können.“ Bewerben können sich Vereine, Initiativen, Netzwerke, Selbsthilfegruppen, Kirchen, freie und öffentliche Träger, Unternehmen, Verbände, Bildungseinrichtungen, Kindergärten und Schulklassen aus Nordrhein-Westfalen, die sich das Thema Inklusion auf ihre Fahnen geschrieben haben.

Im Jahr 2016 hatten sich rund 200 Projekte und Initiativen um den Inklusionspreis beworben.

Die Jury besteht überwiegend aus Vertreterinnen und Vertretern der Behindertenselbsthilfe, aber auch Gewerkschaften, Arbeitgeber und die Landesbehindertenbeauftragte sind beteiligt.

Bewerbungsschluss ist der 31. Januar 2018. Die Preisverleihung findet am 6. Juli 2018 statt. Weitere Informationen zum Inklusionspreis und den Online-Bewerbungsbogen gibt es unter diesem Link des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen.

Lesermeinungen zu “NRW schreibt Inklusionspreis 2018 aus” (5)

Von rgr

Das kürzlich von der Union - nicht nur von der - wiederholt proklamierte Ziel der Vollbeschäftigung erinnert mich an Kriegswirtschaft.

Frage: Ist Krieg?

Von rgr

Hallo Kirsti.

Du schreibst: 'Ich will ja nicht so weit gehen und einen weitaus schlimmeren Begriff zur „Arbeit“ aus vergangenen Zeiten zitieren.'

Ach Bitte, tue es doch! Geh weiter und mach einen großen Schritt über diesen zeitlosen und geradezu biblischen Begriff 'Arbeit' hinweg.

Benutze bitte politökonomische Begriffe, wie Lohnarbeit. Frohnarbeit, Leibeigenschaft, Sklavenhaltergesellschaft oder Arbeitslager.

Und kläre bitte, ob Attribute zur Arbeit wie 'nervtötend', 'stupide', 'entwürdigend', 'krank machende' oder 'entfremdete Arbeit' passen könnten.

Das ist wären normale Worte, wenn ich über meine Erfahrungen im Arbeitsleben spreche.

der Götz

Von kirsti

„Arbeit und Qualifizierung, denn Arbeit ist ein entscheidender Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen“, so Sozialminister Karl-Josef Laumann NRW.

Man ersetze Laumanns Worte „gesellschaftliche Teilhabe“ und „Arbeit“ durch den euphemistischen Begriff „Teilhabe am Arbeitsleben“ Wer steht dann beim Inklusionspreis an erster Stelle? Richtig! Die Werkstätten für behinderte Menschen .

Denn wer bietet „Teilhabe am Arbeitsleben“ für behinderte Menschen an. Die WfbM! Zynisch und ein alter Hut. Ich will ja nicht so weit gehen und einen weitaus schlimmeren Begriff zur „Arbeit“ aus vergangenen Zeiten zitieren.

Frage so nebenbei: hat Arbeit für jeden normalen Menschen etwa einen anderen Stellenwert als für „behinderte Menschen“. Meines Wissens „arbeitet“ frau oder man(n), ohne sich des Luxus‘ der gesellschaftlichen Teilhabe bewusst zu sein.

Von TN

Danke, Frau Maubach, für Ihren Kommentar. Auf die Weise, dass beständig mehr Raum den so genannten) Leistungsträger/innen gegeben wird, werden diejenigen Menschen, die nicht arbeiten können (hierbei geht es mir nicht darum, den Irrsinn des Geldvermehrens für die Kapputtalist/innen zu befürworten) ins gesellschaftliche Abseits gestellt und geraten so aus dem Fokus der Öffentlichkeit.

Von Gisela Maubach

Zitat aus dem Beitrag:

" . . . denn Arbeit ist ein entscheidender Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderungen.“

Zitat-Ende

Als betreuende und pflegende Angehörige lese ich aus einer derartigen Aussage, dass denjenigen Menschen, die behinderungsbedingt arbeitsunfähig sind, der "Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe" fehlt.

Seltsamerweise enthält die UN-BRK keinen derartigen "Schlüssel".
Gesellschaftliche Teilhabe ist ein Menschenrecht, das für Menschen mit Behinderungen nicht davon abhängen kann, ob die individuelle Behinderung eine Erwerbsfähigkeit ermöglicht oder nicht.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.