Arbeit für behinderte Akademiker

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Verena Bentele sprach zu den anwesenden Schwerbehindertenvertrauenspersonen
Verena Bentele sprach zu den anwesenden Schwerbehindertenvertrauenspersonen
Bild: Marcel Schmutzler/ZAV

Bonn (kobinet) Die Initiative 500plus des Arbeitgeber-Service für schwerbehinderte Akademiker möchte 500 Beschäftigungsmöglichkeiten für qualifizierte Menschen mit Schwerbehinderung eröffnen. Annette Tigges-Thies, Geschäftsbereichsleiterin Fachvermittlung, stellte das neue Projekt der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) auf einer Tagung am 29. November in Bonn vor. Knapp einhundert Schwerbehindertenvertrauenspersonen aus Unternehmen nutzten die Gelegenheit zum sektorenübergreifenden Informationsaustausch und zur Vernetzung untereinander. Die Initiative 500plus steht unter der Schirmherrschaft von Verena Bentele, der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung.

Schwerbehinderte mit akademischem Abschluss sind doppelt so häufig von Arbeitslosigkeit betroffen wie Menschen ohne Beeinträchtigung. Derzeit suchen 7500 schwerbehinderte Akademikerinnen und Akademiker eine neue Beschäftigung. Der Arbeitgeber-Service für schwerbehinderte Akademiker der ZAV hat zur Aufgabe, für diesen Personenkreis Stellen zu erschließen. Unternehmen können qualifizierte, hochmotivierte und besonders loyale Fachkräfte gewinnen, und Bewerberinnen und Bewerber erzielen ein durch Arbeit erwirtschaftetes Einkommen, steigern ihre berufliche Mobilität und erweitern ihre Berufserfahrung.

Auf der Veranstaltung erläuterte Annette Tigges-Thies auch, wie 500plus funktioniert: "Unternehmen wenden sich an die ZAV mit einer Stellenbeschreibung für einen zunächst auf zwei Jahre eingerichteten Arbeitsplatz." Die ZAV schlägt dann geeignete Bewerberinnen und Bewerber mit passendem Qualifikationsprofil vor und zeigt die individuellen Möglichkeiten auf, wie zusammen mit den Integrationsämtern zusätzliche Hilfen Barrieren gemindert oder beseitigt werden können. "Erfahrungsgemäß münden über zwei Drittel der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ähnlichen Modellprojekten anschließend in einer Dauerbeschäftigung ein", so Annette Tigges-Thies.

"Es ist volkswirtschaftlich kaum zu erklären, in Zeiten des Fachkräftemangels nicht alle Potenziale zu nutzen", bekundet Verena Bentele. "Die Initiative 500plus ist ein guter Schritt, um die Privatwirtschaft für mehr Beschäftigung von Akademikerinnen und Akademikern mit Behinderungen zu gewinnen. Inklusion hat nur eine Chance, wenn wir begreifen, dass von dem Miteinander alle profitieren."

Lesermeinungen zu “Arbeit für behinderte Akademiker” (2)

Von ZORRO

Inklusionsbarometer 2017
"Mehr als doppelt so hoch"

• KURZVIDEO:
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/aktion-mensch-stellt-inklusionsbarometer-vor-100.html

• PRESSEMITTEILUNG, 30.11.2017
https://www.aktion-mensch.de/presse/pressemitteilungen/2017-11/arbeitslose-behinderung-suchen-377

• HINTERGRUND:
https://www.aktion-mensch.de/inklusionsbarometer

• INKLUSIONSSTUDIE 2017
https://www.aktion-mensch.de/presse/div/download.php?id=183

• INKLUSIONSBAROMETER 2017
https://www.aktion-mensch.de/presse/div/download.php?id=184

Von Amelie71

Und was passiert mit gut qualifizierten Menschen mit Behinderung die keine Akademiker sind? Und was wird für diese Menschen die bei Jobcenter langzeitarbeitslos sind getan? Die s.g. Integrationsfachkräfte kennen sich nicht mit allen Hilfsmitteln am Arbeitsplatz und können keine Aufklärung bei Arbeitgeber leisten.

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