Berliner Toiletten-Posse ff

Veröffentlicht am von Franz Schmahl

Ilja Seifert im November 2017
Ilja Seifert im November 2017
Bild: Privat

Berlin (kobinet) Leider geht die Berliner Toiletten-Posse unverdrossen weiter. Das mailte heute Ilja Seifert an kobinet. Der Vorsitzende des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland (ABiD) reagierte auf eine zweiseitige "Nicht-Antwort aus der Senatskanzlei" und schrieb an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD). Seifert hatte vorgeschlagen, die bewährte Kooperation mit der Firma Wall bei öffentlichen Toiletten in der Stadt beizubehalten.

Auf immerhin zwei Seiten aus der Senatskanzlei, so der ABiD-Vorsitzende an den Regierenden Bürgermeister, habe der Mitarbeiter allerdings nur aufgeschrieben, was er ohnehin schon wußte. "Auf meinen konkreten Vorschlag - dem Brandenburger Kreisreform-Beispiel zu folgen und das unsinnige Berliner Toiletten-Abbau- und später vielleicht wieder Aufbau-Konzept zurückzuziehen - ging er jedoch leider mit keiner Silbe ein. Das ist nicht nur bedauerlich, sondern erscheint mir ignorant. Mit vielen Worten gelang es ihm, nichts zu sagen. Ernstgenommen kann ich mich so nicht fühlen", bedauert Seifert.

Aber das, was da als "Beteiligungsprozeß" so positiv erwähnt werde, müsse doch richtiggestellt werden, so der Behindertenaktivist: "Immerhin meine ich, an diesem Prozeß ebenfalls mitgewirkt zu haben. Allerdings mußte ich erfahren, daß 'Beteiligung' eine rein formale Sache ist. Sie hat keinerlei Konsequenzen. Besonders deutlich wird das, wenn Sie die 'Beteiligung' des seinerzeitigen Landesbehindertenbeauftragten als positiven Fakt erwähnen. Jeder weiß, daß Dr. Schneider persönlich - und mit ihm die Bezirksbehindertenbeauftragten - der Kündigung des WALL-Vertrags von Anfang an und bis heute äußerst kritisch gegenüber stand (stehen). Gleiches gilt für die von Ihnen erwähnten Senioren- und Behindertenverbände."

Leider kann sich Seifert des Eindrucks nicht erwehren, dass "Kritik an dieser Toiletten-Posse nicht ernst genommen wird". Inzwischen läuft die Ausschreibung für einen neuen Toilettenbetreiber in der Stadt.

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