Teilhabe-Experten qualifiziert

Veröffentlicht am von Hartmut Smikac

Die neuen Teilhabe-Experten
Die neuen Teilhabe-Experten
Bild: Rolf K. Wegst

Kassel/Frankfurt (kobinet) Elf Vertrauenspersonen schwerbehinderter Menschen aus Betrieben und Dienststellen haben sich erstmals zu Teilhabe-Experten qualifiziert. Zwei Jahre lang haben sie an einem Pilotprojekt teilgenommen, in dem Schwerbehindertenvertreterinnen und -vertreter umfassend geschult wurden. Die neuen Experten für einen inklusiven Arbeitsmarkt sind jetzt in Frankfurt vom LWV Hessen Integrationsamt zertifiziert worden.

Rosita Schlembach, stellvertretende Leiterin des Integrationsamtes, hat ihnen die Urkunden überreicht. Rund 3.350 Schwerbehindertenvertretungen unterstützen Arbeitgeber in Hessen, wenn es darum geht, Beschäftigungsmöglichkeiten anzubieten und vorhandene Arbeitsplätze für schwerbehinderte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu sichern. In Kursen des Integrationsamtes und in Fallwerkstätten haben sich elf dieser gewählten Vertrauenspersonen jetzt weiter qualifiziert.

An konkreten Fallbeispielen haben sie Gelerntes umgesetzt und Lösungen erarbeitet. „Wie sieht eine erfolgreiche Beratungsarbeit aus? Wie wirke ich konstruktiv bei Personalentscheidungen mit? Wie gehe ich mit den unterschiedlichen Erwartungen an mich als Schwerbehindertenvertretung um? Diese und ähnliche Fragen standen im Mittelpunkt der Arbeit in den Fallwerkstätten“, erläutert Heike Barth, Fachberaterin und Leiterin des Integrationsfachdienstes in Wiesbaden und Co-Trainerin in der Qualifizierungsmaßnahme. Dazu gehörte auch, das eigene Rollen- und Selbstverständnis auf den Prüfstand zu stellen und in einer Abschlussarbeit ein konkretes betriebliches Thema zu erarbeiten.

In den Abschlussarbeiten wurden Themen wie das Betriebliche Eingliederungsmanagement, Barrierefreiheit oder Beteiligungsrechte behandelt und es entstand ein Leitfaden zur Unterstützung sehbehinderter und blinder Kolleginnen/Kollegen. „Die Teilnahme an der Qualifizierung zur Teilhabe-Expertin war für mich ein Glücksfall. Ich fühle mich heute sicherer, wie ich meine Aufgaben als Schwerbehindertenvertretung erfolgreich bewältigen kann und habe viele Anregungen für meine Arbeit erhalten“, sagt Elke Schmitt, Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen bei der Gemeinde Künzell.  

Dr. Andreas Jürgens, Erster Beigeordneter des LWV Hessen, beglückwünschte die neu zertifizierten Vertrauenspersonen. „Schwerbehindertenvertretungen sind die Experten in Sachen Inklusive Arbeit. Und sie sind wichtige Verbindungspersonen für uns, damit die Leistungen des Integrationsamtes behinderte Berufstätige und ihre Arbeitgeber erreichen“, betonte Jürgens, der beim LWV für das hessische Integrationsamt zuständig ist.

Etwa 100.000 schwerbehinderte Berufstätige arbeiten in hessischen Unternehmen und öffentlichen Dienststellen. Vor Ort ist es Aufgabe der Schwerbehindertenvertretungen, Arbeitgeber dabei zu unterstützen, ihre Beschäftigungspflicht zu erfüllen und bei auftretenden Problemen passgenaue Lösungen zu erarbeiten. Das bedeutet, dass Vertrauenspersonen schwerbehinderter Menschen in den Betrieben ehrenamtlich dafür Sorge tragen, dass notwendige Unterstützungen beantragt und zur Verfügung gestellt werden. Keine einfache Aufgabe, wenn es gilt Lösungen für bei der Beschäftigung auftretende Schwierigkeiten zu erarbeiten. Für sie stellt das LWV Hessen Integrationsamt ein jährliches Kursangebot zusammen. Behandelt werden alle Themen rund um die Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsleben.

Lesermeinung schreiben?

Beim erstmaligen Schreiben Ihrer Lesermeinung werden Sie zur Registrierung geleitet. Dabei erkennen Sie die Nutzungsbedingungen und die Netiquette an.Sie erhalten eine Bestätigungs-E-Mail. Bitte schauen Sie auch in Ihren Spamordner. Bestätigen Sie den Empfang durch Klicken auf den angezeigten Link. Sie erhalten ein Fenster und ergänzen Ihren Anzeigenamen und Ihren persönlichen Namen zur E-Mailadresse. Die Lesermeinung ist auf 2000 Zeichen begrenzt und Sie können bis 14 Tage nach Veröffentlichung der Nachricht schreiben.